Johannes Heger analysiert in diesem Lexikonartikel die religionsdidaktische Vermittlung von Passion und Auferstehung in der Sekundarstufe. Er identifiziert als Hauptproblem, dass Jugendliche trotz ihrer kognitiven Entwicklung und der Präsenz des Kreuzes in der Kultur Schwierigkeiten mit diesem Themenkomplex haben. Der Autor begründet die Notwendigkeit der Behandlung sowohl theologisch, da Passion und Auferstehung zentral für christliche Dogmatik sind, als auch pädagogisch-anthropologisch, weil sie Deuteangebote für jugendliche Erfahrungen mit Leiden und Tod darstellen. Entwicklungspsychologisch zeigt sich, dass Jugendliche durch formale operative Denken zur abstrakten Reflexion fähig sind, gleichzeitig aber zu deistischen Perspektiven und szientistischen Weltbildern neigen, die den Glauben an Auferstehung erschüttern. Empirische Studien belegen, dass Jugendliche zwar historisches Vorwissen zu Passion und Auferstehung besitzen und theologische Begriffe kennen, diese aber nicht initiativ einbringen und das Kreuz nicht mehr als existenziellen Skandal erleben. Während jüngere Schüler traditionelle Deutungsmuster wie "für unsere Sünden" verwenden, ist diese sprachliche Verwendung nicht mit echter theologischer Aneignung gleichzusetzen. Ein besonders relevant für die Bibeldidaktik ist die Erkenntnis, dass jugendliche Kreuzesdeutungen weniger aus biblischen Texten als aus liturgischen Texten und Formeln stammen. Über alle Studien hinweg zeigt sich eine charakteristische Zögerlichkeit und Sprachlosigkeit bei Jugendlichen: Sie kennen theologische Sprache, können sie reproduzieren, verstehen aber deren Inhalte nicht wirklich. Der Artikel plädiert dafür, die biblische Verbindung von Kreuz und Ostern stärker zu nutzen und empirisch fundierte, praktische Hinweise für eine bessere religionsdidaktische Vermittlung zu entwickeln.