Nadja Boeck untersucht in diesem Artikel Online-Jugendbibeln unter bibeldidaktischem Blickwinkel, da Jugendliche die Bibel freiwillig sehr selten lesen und digitale Formate eine vielversprechende Alternative darstellen. Der Artikel entwickelt ein mehrschichtiges Analyseverfahren, das neben klassischen Kriterien wie Design und Handhabung auch die digitale Logik nach Heidi Campbell (Transferring, Translating, Transforming) sowie die didaktischen Ansprüche und das Potenzial der Online-Bibeln berücksichtigt. Ein zentrales Ergebnis aus der Bibelrezeptionsforschung zeigt, dass Jugendliche die Bibel als alt und fremd wahrnehmen und einen Brückenschlag zur eigenen Lebenswelt benötigen. Die BasisBibel wird als Vollbibel mit klarer, prägnanter Sprache und hochwertiger digitaler Umsetzung vorgestellt, die durch verlinkte Erklärungen zu theologischen Begriffen und das Angebot in verschiedenen Medienformaten benutzerfreundlich gestaltet ist. Die BibleApp der Deutschen Bibelgesellschaft bietet zusätzlich verschiedene Bibelübersetzungen, Offline-Funktionen, Notizfunktionen und thematische Impulse an. Der Artikel zeigt, dass qualitativ hochwertige Online-Jugendbibeln durch ihre Form und Funktionalität dem Medienverhalten moderner Jugendlicher entsprechen und didaktisches Potenzial für die Religionspädagogik bieten, wenn sie transparent in ihren Intentionen und verlässlich in ihren Quellenangaben sind.