Der Artikel analysiert ökumenisches Lernen als religionspädagogisches Konzept, das Ende des 20. Jahrhunderts eine Blütezeit erlebte, aber durch unzureichende Konturierung des Begriffs an Profil verloren hat. Die weite Semantik von Ökumene führte dazu, dass ökumenisches Lernen als Containerbegriff fungierte, unter den sich globales, ökologisches, interkulturelles und interreligiöses Lernen subsumieren ließ. Die Autoren unterscheiden zwischen „Ökumene lernen" als inhaltsspezifischem Lerngegenstand und ökumenischem Lernen als Lerndimension. Sie argumentieren, dass angesichts gegenwärtiger Herausforderungen wie Globalisierung, Migration und kultureller Pluralisierung eine konturierte ökumenische Perspektive dringend erforderlich ist. Ökumenisches Lernen wird als doppelte Zielrichtung definiert: Lernen im Horizont der Einen Welt und der Einen Kirche, wobei beide durch theologische Interdependenz verbunden sind. Die Autoren kritisieren, dass diese Interdependenz häufig in Vergessenheit geriet und zu Reduktionen auf konfessionell-kooperatives oder sozialethisches Lernen führte. Methodisch bestehen Verbindungslinien zu interreligiösem und interkulturellem Lernen, doch auf der Inhaltsebene unterscheidet sich ökumenisches Lern