RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftBernhard Grümme

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Bernhard Grümme

Öffentliche Politische Theologie

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt das Konzept der Öffentlichen Politischen Theologie als Synthese zwischen Öffentlicher Theologie und Politischer Theologie. Grümme argumentiert, dass Religion in der modernen Gesellschaft nicht privatisiert wurde, sondern präsent in öffentlichen Debatten bleibt. Die Öffentliche Theologie konzentriert sich auf Kommunikabilität und Präsenz des Glaubens im liberalen Staat, während die Politische Theologie strukturelle Gesellschaftskritik betont. Die Öffentliche Politische Theologie versucht, diese beiden Ansätze produktiv zu verbinden und ihre Grenzen zu überwinden.

Products

Der Artikel von Bernhard Grümme analysiert das Konzept der Öffentlichen Politischen Theologie im Kontext gegenwärtiger Diskurse über Religion und Gesellschaft. Gegen vereinfachte Säkularisierungstheorien wird argumentiert, dass Religion in spätmodernen Transformationsprozessen nicht verschwunden ist, sondern in vielfältiger Weise öffentlich präsent bleibt. Das Konzept der Öffentlichen Politischen Theologie profiliert sich durch kritische Auseinandersetzung mit der Öffentlichen Theologie einerseits und der Politischen Theologie andererseits. Die Öffentliche Theologie, zurückgehend auf M. E. Marty und geprägt durch Wolfgang Huber und Heinrich Bedford-Strohm, betont die Kommunikabilität und zivilgesellschaftliche Rolle des Glaubens in liberalen Demokratien, ohne grundsätzliche Gesellschaftskritik anzustreben. Die Politische Theologie hingegen fokussiert auf strukturelle Veränderung und radikale Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse. Grümme identifiziert eine Aporie der Öffentlichen Theologie darin, dass sie von einer bereits demokratischen Gesellschaft ausgeht und damit demokratietheoretische Debatten über radikale Partizipation und Inklusion vernachlässigt. Die Öffentliche Politische Theologie soll diese Spannung produktiv aufheben, indem sie beide Ansätze dialektisch vermittelt: Sie bewahrt das Anliegen der Entprivatisierung und öffentlichen Präsenz des Christentums, verbindet es aber mit einer kategorialen Gesellschaftskritik, die strukturelle Transformationen anvisiert. Damit eröffnet sie neue Perspektiven für theologische Beiträge zu demokratietheoretischen Diskursen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.