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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftBernhard Grümme

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Bernhard Grümme

Normative Ordnung

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht den Begriff der normativen Ordnung als wichtige theoretische Kategorie für die Religionspädagogik. Grümme argumentiert, dass Ordnungen (räumlich, zeitlich, sozial) die Art prägen, wie Menschen denken, fühlen und handeln, oft ohne dass sie dies bewusst wahrnehmen. Der Text zeigt, wie Bildungspraktiken durch versteckte Machtmechanismen strukturiert sind, die als Autonomie und Selbstbestimmung erscheinen, aber tatsächlich Normalisierung und Kontrolle bewirken. Der Ordnungsbegriff ermöglicht es, diese verborgenen Strukturen kritisch zu analysieren und ihre formative Wirkung auf Subjekte offenzulegen.

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Der Artikel von Bernhard Grümme entwickelt einen Ordnungsbegriff als Grundkategorie für die religionspädagogische Theorie und Analyse. Ausgehend von der Feststellung, dass räumliche und zeitliche Ordnungen gesellschaftliche Praktiken und Identitäten prägen, wird die theoretische Genealogie von Foucaults Disziplinargesellschaft über Rickens Bildungstheorie nachgezeichnet. Der Ordnungsbegriff ermöglicht es, die komplexen Interdependenzen von Subjektivität, Subjektivierung und Struktur im hegemonialen Kontext zu analysieren. Bildung wird dabei nicht als autonomiefördernder Prozess verstanden, sondern als säkularisierte Pastoralmacht, die durch ihre formativen Vorbahnungen des Selbst Selbstkontrolle kultiviert und Machtverhältnisse reproduziert. Der Ordnungsbegriff offenbart die kontraintuitiven und kontraintentionalen Performanzen pädagogischer Praktiken, die als Illusionen von Autonomie fungieren, während sie tatsächlich Normalisierungs- und Disziplinierungsprozesse vollziehen. Die normative Ordnung unterscheidet sich von einer bloßen Disziplinarordnung durch ihre explizit kritische und analytische Perspektive. Dies ist besonders relevant für die Religionspädagogik in der Postdigitalität, wo digitale Formate neue Ordnungen schaffen. Der Text plädiert dafür, Ordnung als zentrale Kategorie religionspädagogischer Selbstverständigung zu etablieren, um hidden curricula und verborgene Machteffekte in pädagogischen Prozessen transparent zu machen.

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