Der Artikel analysiert Motivation als zentrale Voraussetzung für schulische Lernprozesse. Nach einer Begriffsklärung wird Motivation als aktivierende Ausrichtung auf einen positiv bewerteten Zielzustand definiert, während Motive die handlungsrelevanten Beweggründe darstellen. Stark motivierte Schülerinnen und Schüler nutzen effektivere Lernstrategien, zeigen höhere Ausdauer und investieren mehr Zeit in Lernprozesse. Motivation hängt von personenbezogenen Faktoren wie Verhaltenstendenzen und Zielen sowie situationsbezogenen Faktoren ab. Im Schulverlauf nimmt die Motivation ab, mit einem Tiefpunkt in der 9. Jahrgangsstufe. Das Leistungsmotiv ist das am intensivsten erforschte Motivationsmotiv und beinhaltet den Wunsch, etwas gut oder besser zu machen. Die Bedürfnistheorien nach Maslow bilden einen Ausgangspunkt der Motivationsforschung mit fünf hierarchisch angeordneten Bedürfnisklassen. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan, die drei psychologische Grundbedürfnisse (Kompetenz, Autonomie, soziale Eingebundenheit) postuliert, führte zu einem Revival der Bedürfnistheorien. Deci und Ryan unterscheiden fremdbestimmte und selbstbestimmte extrinsische Motivation. Die Flow-Theorie von Csíkszentmihályi ergänzt diese Ansätze durch das Konzept des vollkommenen Aufgehens in einer Tätigkeit. Der Artikel reflektiert die Bedeutung von Motivation speziell für die Religionspädagogik und ordnet diese Erkenntnisse in den pädagogischen Kontext ein.