Für den Religionsunterricht ist das Medium sehr gut geeignet, weil es das Thema Tibet aus einer erweiterten Perspektive erschließt und damit einseitige oder romantisierende Vorstellungen aufbricht. Lernende kennen Tibet häufig vor allem über den Dalai Lama oder den Buddhismus. Das Medium ermöglicht es, dieses Vorwissen aufzugreifen und zugleich zu vertiefen, indem es die religiöse Bedeutung Tibets mit politischen Konflikten, Fragen nach kultureller Identität und globalen Umweltproblemen verbindet. Didaktisch bietet sich das Medium besonders für Unterrichtseinheiten zu Buddhismus, Religion und Politik, Religion und Raum, Menschenrechte, interkulturelles Lernen oder globale Gerechtigkeit an. Als Einstieg kann mit der Frage gearbeitet werden, welches Bild von Tibet in der Öffentlichkeit verbreitet ist und wie dieses Bild durch Karten, politische Interessen und mediale Darstellungen geprägt wird. Methodisch ist eine kartenbezogene Erschließung besonders sinnvoll, da das Medium stark mit geografischen Räumen, Grenzen, Flüssen und Machtzentren arbeitet. Lernende können untersuchen, wie Karten nicht nur informieren, sondern auch politische Sichtweisen transportieren. Ebenso bietet sich eine mehrperspektivische Arbeit an, bei der unterschiedliche Positionen in den Blick genommen werden, etwa die chinesische Regierung, die tibetische Exilgemeinschaft, die internationale Politik oder die von den Wasserressourcen abhängigen Regionen Asiens. Im Unterricht kann zudem herausgearbeitet werden, welche Rolle Religion für kulturelle Identität, politischen Widerstand und internationale Wahrnehmung spielt. Der Dalai Lama kann dabei als religiöse und politische Symbolfigur betrachtet werden, ohne ihn zu idealisieren. Zugleich eröffnet das Medium die Möglichkeit, über die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung beziehungsweise für die natürliche Mitwelt zu sprechen, da die ökologische Bedeutung des tibetischen Hochlandes für weite Teile Asiens eindrücklich dargestellt wird. Eine vertiefende Diskussion kann sich daran anschließen, wie religiöse Traditionen, politische Herrschaft und wirtschaftliche Interessen miteinander in Konflikt geraten. Denkbar sind auch Formen des kooperativen Lernens, bei denen Gruppen einz