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Mirjam ZimmermannWiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

Mirjam Zimmermann,

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

Leistungsmessung Leistungsbewertung

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die Leistungsmessung und Leistungsbewertung im schulischen Kontext, besonders im Religionsunterricht. Es werden die verschiedenen Funktionen von Noten (Rückmeldung, Anreiz, Selektion) sowie unterschiedliche Bezugsnormen (sachlich, sozial, individuell) zur Leistungsbeurteilung erläutert. Der Autor argumentiert, dass die gängige Notenvergabe in einem Spannungsverhältnis zu pädagogischen und christlichen Grundprinzipien steht und diskutiert alternative Formen der pädagogischen Diagnostik.

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Der Artikel von Mirjam Zimmermann analysiert systematisch die Leistungsmessung und -bewertung als zentrale Aufgabe von Lehrkräften. Leistung wird als zielgerichtete, anstrengungsgebundene Tätigkeit mit Gütemaßstab definiert, stellt aber in Theorie und Praxis erhebliche Probleme dar. Der Autor identifiziert Spannungen zwischen dem Anspruch auf gerechte Beurteilung und dem Widerspruch zu christlichen Grundprinzipien im Religionsunterricht. Leistungsbewertungen erfüllen multiple Funktionen: pädagogische Rückmeldung, Anreizfunktion, Sozialisierungs- und Selektionsfunktion. Bei der Leistungsbeurteilung werden drei Bezugsnormen unterschieden: die sachliche Bezugsnorm (Vergleich mit Kriterien), die soziale Bezugsnorm (Vergleich mit anderen Schülern) und die individuelle Bezugsnorm (Vergleich mit eigenen früheren Leistungen). Seit den 1980er Jahren wird eine Abkehr von klassischer Leistungsbewertung hin zu pädagogischer Diagnostik gefordert, die Prozessdiagnostik und individuelle Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Die historische Einführung von Ziffernnoten im Religionsunterricht Baden-Württembergs 1974/75 führte zu massiven Protesten, da sie als widersprüchlich zur religionspädagogischen Freiheit angesehen wurde. Das Gutachten von Karl Ernst Nipkow plädierte dafür, dass Religionsunterricht sich unter gleichberechtigten Bedingungen wie andere Fächer stellt, während eine Alternative in der seelsorgerlichen Definition des Faches und dem Verzicht auf Versetzungserheblichkeit läge.

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