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WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

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Kooperationen interreligiös

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt interreligiöse Kooperationen im Religionsunterricht als Organisationsformen, die den Dialog zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen ermöglichen. Ausgehend von einem Paradigmenwechsel in der kirchlichen Haltung gegenüber nichtchristlichen Religionen seit den 1960er Jahren werden sechs Grundmodelle der Zusammenarbeit vorgestellt: Großgruppenunterricht, Delegationsunterricht, Wechselunterricht, Wahlunterricht, Teamteaching und Parallelunterricht. Der Autor entwickelt Kriterien zur Bewertung dieser Modelle und analysiert konkrete Praxisbeispiele wie den Hamburger Religionsunterricht für alle. Ziel ist es, schulische Konzepte zu systematisieren, die respektvolle interreligiöse Begegnungen und Lernprozesse ermöglichen.

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Der Artikel von Katja Boehme analysiert interreligiöse Kooperationen im schulischen Religionsunterricht als Antwort auf einen fundamentalen Paradigmenwechsel in der Haltung christlicher Kirchen gegenüber nichtchristlichen Religionen seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Mit dem II. Vatikanischen Konzil und der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen wurde respektvoller Dialog mit anderen Religionen zum Kernanliegen konfessionellen Religionsunterrichts. Der Artikel präsentiert sechs klassische Organisationsformen interreligiöser Kooperation, die ursprünglich für konfessionelle Zusammenarbeit entwickelt wurden: Großgruppenunterricht, Delegationsunterricht, Wechselunterricht, Wahlunterricht, Teamteaching und Parallelunterricht in der Fächergruppe. Zur Evaluation dieser Modelle entwickelt der Autor acht Bewertungskriterien, darunter Subjektorientierung, gleichberechtigte Mitbeteiligung aller Schüler unabhängig von Konfession, erkennbare Positionalität der Religionen und verfassungsrechtliche Konformität. Als Hauptpraxisbeispiel dient der Hamburger Religionsunterricht für alle, der als Großgruppenunterricht mit dialogischem Ansatz konzipiert ist und die individuelle Religiosität der Schüler in den Mittelpunkt stellt. Durch Verträge mit jüdischen, islamischen und alevitischen Religionsgemeinschaften entwickelt sich dieser zum Delegationsmodell weiter (Rufa 2.0), das auch Lehrkräfte dieser Gemeinschaften einbezieht. Der Artikel betont, dass jedes Organisationsmodell theologische, pädagogische und schulorganisatorische Vorentscheidungen impliziert und zeigt auf, wie konkrete Konzepte gegen die entwickelten Kriterien evaluiert werden können. Dabei wird deutlich, dass echtes interreligiöses Lernen sowohl die Perspektiven verschiedener Religionen als auch völlig säkulare Sichtweisen berücksichtigen muss und dabei verfassungsrechtliche Vorgaben beachten sollte.

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