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Clauß Peter SajakWiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftHenrik Simojoki

Clauß Peter Sajak,

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Henrik Simojoki

Konfessionellkooperativer Religionsunterricht

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht als Organisationsform religiöser Bildung in deutschen Schulen, in der verschiedene Religionsgemeinschaften gemeinsam Unterricht gestalten. Entstanden aus einer EKD-Denkschrift von 1994, hat sich dieses Modell in den letzten zwei Jahrzehnten in fast allen Bundesländern etabliert, um auf die Abnahme konfessioneller Milieus und getaufter Schüler zu reagieren. Der Artikel unterscheidet diese Form von reiner Gastfreundschaft und ökumenischem Unterricht und dokumentiert die regionale Vielfalt der Umsetzung in verschiedenen Bundesländern sowie internationale Entwicklungen in Österreich.

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Der konfessionell-kooperative Religionsunterricht ist eine Organisationsform religiöser Bildung in öffentlichen Schulen, bei der verschiedene Religionsgemeinschaften gemäß Art. 7 Abs. 3 GG gemeinsam Unterricht konzipieren und durchführen. Diese Form unterscheidet sich von der bloßen Gastfreundschaft anderer Konfessionen und vom ökumenischen Religionsunterricht dadurch, dass unterschiedliche konfessionelle Perspektiven erkennbar und unterscheidbar im Unterricht thematisiert werden. Der entscheidende Anstoß kam 1994 von der EKD-Denkschrift "Identität und Verständigung", die auch eine Fächergruppe mit Ethikunterricht vorschlug, die sich jedoch nie durchsetzte. Die deutschen Bischöfe lehnten zunächst Kooperationen ab, öffneten sich aber angesichts demografischer Veränderungen ab 2016 dieser Entwicklung. In den letzten Jahren hat sich die Diskussion von grundlegenden Fragen zur Implementierung und Ausgestaltung verlagert. Das Modell hat sich in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern etabliert, weist aber starke regionale Unterschiede auf. Zugleich entstehen Forderungen nach religionskooperativem Unterricht, der auch islamische und Ethik-Fächer einbeziehen würde. Die empirische Begleitforschung konzentriert sich bislang auf bundeslandspezifische Modelle und ist noch unzureichend vernetzt. Der Artikel dokumentiert systematisch die unterschiedlichen Gestaltungsformen in den sechs Hauptumsetzungsregionen und verweist auf bahnbrechende Entwicklungen in Österreich.

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12.5.2026

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