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Union Evangelischer Kirchen

Union Evangelischer Kirchen

Leuenberger Konkordie

Veröffentlichung:1.1.1976

Die Anregung "Leuenberger Konkordie" mit sechs Seiten stellt die Grundlage der Zusammenarbeit der evangelischen Kirchen in Europa: lutherische, reformierte und aus ihnen hervorgegangenen unierten Kirchen sowie die ihnen verwandten vorreformatorischen Kirchen der Waldenser und der Böhmischen Brüder stellen aufgrund ihrer Lehrgespräche unter sich das gemeinsame Verständnis des Evangeliums fest. Damit wurde sie zum Gründungsdokument der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa. Daraus entstand die Union evangelischer Kirchen (UEK) der Grundstein der heutigen Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

Die Leuenberger Konkordie von 1973 gehört zu den wichtigsten ökumenischen Dokumenten des Protestantismus in Europa. In ihr erklären lutherische, reformierte, unierte sowie einige verwandte Kirchen, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen konfessionellen Traditionen ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums teilen und deshalb Kirchengemeinschaft verwirklichen können. Das Dokument zeigt, wie historische Konflikte, insbesondere um das Abendmahl, die Christologie und die Prädestinationslehre, durch intensive Lehrgespräche neu bewertet wurden. Die Konkordie hält fest, dass die früheren Lehrverurteilungen die beteiligten Kirchen heute nicht mehr treffen und daher kein Hindernis für Gemeinschaft darstellen. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass die wahre Einheit der Kirche auf der gemeinsamen Verkündigung des Evangeliums und der gemeinsamen Feier der Sakramente beruht. Daraus entsteht ein Modell kirchlicher Gemeinschaft, das Einheit ermöglicht, ohne die Vielfalt unterschiedlicher Traditionen aufzuheben.

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Für den Religionsunterricht bietet die Leuenberger Konkordie vielfältige Möglichkeiten, ökumenisches Lernen mit kirchengeschichtlichen und theologischen Fragestellungen zu verbinden. Das Dokument eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zur Reformation, zu Konfessionen und zur Ökumene in der gymnasialen Oberstufe. Die Lernenden können zunächst die historischen Ursachen der Trennung zwischen lutherischen und reformierten Kirchen untersuchen und anschließend analysieren, wie diese Konflikte durch Dialog überwunden wurden. Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit dem zentralen Gedanken der Konkordie, dass Kirchengemeinschaft nicht völlige Gleichheit voraussetzt, sondern auf einem gemeinsamen Verständnis des Evangeliums beruhen kann. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Erschließung der verschiedenen Kapitel an. Einzelne Gruppen können die Aussagen zur Rechtfertigung, zur Taufe, zum Abendmahl, zur Kirchengemeinschaft oder zu den ökumenischen Perspektiven untersuchen und präsentieren. Auch eine Diskussion über die Frage, wie viel Vielfalt eine Gemeinschaft aushalten kann, eröffnet interessante Bezüge zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der Gegenwart. Darüber hinaus eignet sich das Dokument als Beispiel für erfolgreiche Konfliktbewältigung und Verständigungsprozesse. Die Lernenden erkennen, dass jahrhundertelange Gegensätze nicht durch Macht oder Anpassung überwunden wurden, sondern durch gemeinsames Nachdenken über den Glauben, gegenseitiges Zuhören und die Suche nach verbindenden Grundlagen. Dadurch fördert das Medium historische Urteilskompetenz, Dialogfähigkeit sowie die Fähigkeit, religiöse Vielfalt als Chance und nicht nur als Herausforderung wahrzunehmen.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 5. Ökumene als Auftrag und Verpflichtung.

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