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WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

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Interreligiöses Lernen Gymnasium

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt interreligiöses Lernen im Gymnasium als wichtige pädagogische Aufgabe angesichts pluraler Gesellschaften. Das Gymnasium bietet mit seiner langen Schulzeit von 8-9 Jahren ideale Bedingungen, um Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Religionen und Weltanschauungen zu befähigen. Der Text analysiert schulformspezifische Bedingungen, curriculare Vorgaben verschiedener Bundesländer und altersgerechte Lernkonzepte für unterschiedliche Klassenstufen. Zentral ist die Entwicklung von interreligiöser Kompetenz, die ästhetische, hermeneutische und praktische Dimensionen umfasst und Perspektivwechsel ermöglicht.

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Der Artikel von Monika Tautz untersucht interreligiöses Lernen als Herausforderung für den gymnasialen Religionsunterricht. Angesichts gesellschaftlicher Pluralisierung wird interreligiöse Kompetenz als notwendig erachtet, die nach Schambeck in verschiedene Kompetenzbereiche (ästhetisch, hermeneutisch-reflexiv, hermeneutisch-kommunikativ, praktisch) unterteilt wird. Eine besonderheit des Gymnasiums liegt in der langen Schulzeit von 8-9 Jahren, die aufbauende Lernprozesse ermöglicht. Statistiken zeigen, dass am Gymnasium weniger interkulturelle Begegnung stattfindet als an anderen Schulformen (27% vs. 51% Schüler mit Migrationshintergrund an Hauptschulen). Der Religionsunterricht hat die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich angesichts von Religionsplural angemessen zu verhalten. Dies setzt Wahrnehmung des Anderen und des Eigenen als fremd voraus sowie Sensibilität für religiöse Überzeugungssysteme. Areligiöse Haltungen müssen einbezogen werden, da viele Schüler kaum religiös sozialisiert sind. Lehrplananalysen verschiedener Bundesländer zeigen, dass nicht-christliche Religionen aufgeführt sind, jedoch oft nur religionskundlich behandelt werden. Das Gymnasium ermöglicht differenzierte Konzepte für verschiedene Entwicklungsphasen: Orientierungsstufe (Klassen 5-6), Mittelstufe (7-10) und Oberstufe (11-13). In der Oberstufe können sich Komplementaritätsdenken und Perspektivenwechsel entwickeln, die tiefere interreligiöse Begegnungen ermöglichen. Religionskundliche Wissensvermittlung bildet die Grundlage, interreligiöses Lernen sollte aber als unterrichtsübergreifendes Prinzip verstanden werden, besonders bezüglich der abrahamischen Religionen.

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