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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftEva Stögbauer-Elsner

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Eva Stögbauer-Elsner

Grounded Theory Method

Veröffentlichung:1.5.2026

Die Grounded Theory Method ist ein etabliertes Verfahren der qualitativen Sozialforschung, das von Barney Glaser und Anselm Strauss in den 1960er Jahren entwickelt wurde. Sie zielt darauf ab, aus empirischen Daten systematisch Theorien zu entwickeln, anstatt vorab formulierte Hypothesen zu überprüfen. Die Methode hat sich seit ihrer Entstehung in der Soziologie in verschiedene Varianten aufgeteilt und wird heute in vielen Disziplinen einschließlich der Religionspädagogik angewendet. Ihr Kerngedanke ist, dass wissenschaftliche Theorie aus den Daten selbst heraus entstehen soll und nicht von außen an diese herangetragen wird.

Products

Die Grounded Theory Method ist ein qualitativer Forschungsansatz, der sich seit über 50 Jahren als zentrale Strategie empirischer Sozialforschung etabliert hat und mittlerweile in verschiedenen Disziplinen verbreitet ist. Die Methode wurde von Glaser und Strauss als Reaktion auf die Kluft zwischen theoretischer und empirischer Forschung entwickelt und setzt einem hypothetiko-deduktiven Wissenschaftsmodell ein induktives Programm entgegen. Der Terminus bezeichnet sowohl den Forschungsprozess als auch das daraus entstehende Produkt einer in den Daten verankerten Theorie, deren zentrale Charakteristika die systematische und regelgeleitete Datenanalyse sowie die Emergenz von Konzepten aus dem Material sind. Nach der gemeinsamen Gründungsphase entwickelten sich unterschiedliche Schulen heraus, insbesondere die pragmatistisch inspirierte Strauss-Corbin-Variante und die empiristische Glaser-Variante, die sich in epistemologischen Annahmen unterscheiden. Im deutschsprachigen Raum dominiert die Strauss-Corbin-Ausrichtung, während sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts konstruktivistische und situationistische Varianten etablierten, die reflexive und komplexitätssensible Perspektiven einbringen. Ein häufiges Missverständnis ist die Annahme eines naiven Empirismus und einer tabula-rasa-Haltung, wobei die neuere Sekundärliteratur die Bedeutung von Vorwissen und die reflexive Rolle der Forschenden differenzierter diskutiert. Die Grounded Theory Method präsentiert sich weniger als kohärentes theoretisches System denn als praktisches Toolkit mit spezifischen analytischen Verfahren zur Datensammlung und -auswertung, das sich durch zunehmende Diversifikation und Hybridisierung mit anderen Methoden auszeichnet.

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