Der Artikel analysiert E-Learning als unscharfen Begriff für computergestütztes Lernen mit digitalen Technologien, das typischerweise außerhalb traditioneller Lernorte und Zeiten stattfindet. Der Autor verweist auf alternative Begriffe wie digitales Lernen und mobiles Lernen und erklärt, warum die Lernprozesse selbst nicht als digital bezeichnet werden können. Die historische Perspektive zeigt, dass mediengestützte Lernkonzepte nicht neu sind, wobei frühe Beispiele wie Ramellis Leserad (1588) und die Lernmaschinen von Halcyon Skinner (1866) genannt werden. Die Programmierte Unterweisung nach Skinner und Holland in den 1950er-Jahren basierte auf behavioristischen Lerntheorien, die Verhaltensänderung durch Belohnung und Verstärkung anstrebten. Mit der Verbreitung von Personal Computern in den 1970er und 1980er Jahren entstanden computergestützte Lernangebote wie Computer Based Training. Die Entwicklung multimedialer Darstellungsformen in den 1990er-Jahren führte zu neuen Lernmöglichkeiten, wobei die naive Annahme widerlegt wurde, dass Multimedialität automatisch zu besserem Lernerfolg führt. Der Artikel betont die kognitivistische Lerntheorie als Gegenbewegung zum Behaviorismus und zeigt, wie technologische Entwicklungen und pädagogische Theorien in wechselseitiger Beziehung stehen. Das Paradigma "Pädagogik zuerst" wird kritisch hinterfragt, da neue technologische Möglichkeiten auch neue Lernformen ermöglichen.