Der Artikel definiert Cybermobbing als Beleidigung, Bedrohung oder Belästigung mittels digitaler Kommunikationsmedien und dokumentiert seine gesellschaftliche Verbreitung durch verschiedene Studien und Statistiken. Demnach sind etwa 76 Prozent junger Deutscher bereits mit Cybermobbing in Kontakt gekommen, und jeder vierte Jugendliche war selbst schon betroffen. Der Artikel analysiert Cybermobbing jedoch nicht als objektives Phänomen, sondern als soziales Problem, das durch gesellschaftliche Akteure konstruiert wird. Basierend auf Schetsche's Theorie der Konstruktion sozialer Probleme wird gezeigt, wie neutrale Sachverhalte durch strategische Akteure in Problemmuster transformiert werden, die dann unreflektiert von der Gesellschaft übernommen werden. Dies führt zu Moralpaniken um neue Technologien und zur Pathologisierung von Jugendlichen als Opfer oder Täter. Der Artikel kritisiert diese dichotome Sichtweise und schlägt stattdessen einen Konfliktansatz vor, der mehrperspektivisch Konflikte analysiert, ohne auf bestehende Deutungsmuster zurückzugreifen. Durch diesen Ansatz werden Jugendliche als handelnde Subjekte anerkannt und Social Media als Konfliktarena sowie Ressource der Konfliktbearbeitung verstanden. Der Artikel durchbricht damit hegemoniale Bilder vom Umgang Jugendlicher in Onlineräumen und ermöglicht alternative Zugänge zu digitalen Konfliktsituationen.