Der vorliegende Lexikonartikel von Andrea Schulte behandelt das Lernen an außerschulischen Orten als etablierte und bedeutsame pädagogische Methode. Der Autor definiert außerschulisches Lernen als zeitlich begrenzte, unterrichtliche Aktivitäten außerhalb des Schulgeländes, die unterschiedliche Bezeichnungen tragen können (Erkundung, Exkursion, Unterrichtsgang). Charakteristisch für diese Lernform ist die originale Begegnung mit authentischen Orten, die direkte Wahrnehmung und Erforschung ermöglichen. Der Artikel betont, dass solche Lernorte ein Surplus an handlungsorientiertem, ganzheitlichem und erfahrungsorientiertem Lernen bieten, das systematische Schulunterricht nicht leisten kann. Historisch verweist der Artikel auf Comenius, den Heimatkundeunterricht des 19. Jahrhunderts und die Reformpädagogen des 20. Jahrhunderts, die außerschulisches Lernen als Gegenpol zur reinen Buchschule verankerten. In der Religionspädagogik werden außerschulische Lernorte als besonders wertvoll erachtet, da religiöse Erfahrung ortsunabhängig ist und vielfältige Lokalitäten theologische Reflexion ermöglichen. Der Autor systematisiert religionspädagogisch relevante Orte, darunter Kirchenräume, Naturräume, öffentliche Plätze, Museen und Erinnerungsorte. Diese Orte ermöglichen authentische Begegnungen mit religiöser und kultureller Geschichte sowie die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Der Artikel betont, dass außerschulische Lernorte sorgfältiger Vor- und Nachbereitung bedürfen, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen und nicht in kopflose Aktivismus auszuarten.