Die neue Rolle der Tiere im Zusammenleben mit den Menschen, aber auch die Bemühungen, eine anthropozentrische Schöpfungstheologie zu überwinden, sind offensichtlich zunehmend Anlass, auch für Tiere Formen einer christlichen Bestattung zu entwickeln. Auch wenn mit diesem Wunsch berechtigte Anliegen verbunden sind, gehen nach Einschätzung des Münchener Liturgiewissenschaftlers jüngst vorgelegte Vorschläge in die falsche Richtung und sind keine angemessenen Lösungen. „Im Jahr 2012 gab es in Deutschland 120 Tierfriedhöfe, 160 Tierbestattungsfirmen und 20 Tierkrematorien“1. Auch der geschätzte Umsatz der Branche von mehr als 25 Millionen Euro zeigt: Tierbestattungen sind eine Realität und liegen im Trend. Die hohe Wertschätzung und Bedeutung, die manche Tiere im Leben einzelner Menschen gehabt haben, verbietet es offensichtlich, den Kadaver des verendeten Tieres einfach zu entsorgen. Das Tier ist gestorben und soll mit Würde bestattet werden. Welche Gestalt aber kann eine solche Bestattung haben? Kann und soll diese Bestattung auch Ausdruck des (christlichen) Glaubens sein? Sehr konkret fragte der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger im Jahr 2017, „unter welchen Umständen und mit welchen Ritualen eine christliche Bestattung von Tieren möglich ist“2. Sein auch medial aufgegriffener Vorstoß3 steht im Kontext einer neuen Sensibilität für die Frage nach der Würde der Tiere,4 soll aber hier Anlass sein, den Umgang mit Tieren und Tierkörpern in der katholischen Liturgie in den Blick zu nehmen und vor diesem Hintergrund die Frage nach einer christlichen Bestattung toter Tiere aufzugreifen.