Der Islam ist zwar eine Offenbarungsreligion, sie ist jedoch nicht vom Himmel gefallen. Der Islam ist, wie wir ihn heute mit seiner Vielfalt an Schulen und Positionen kennen, vielmehr ein Produkt historischer Auseinandersetzung der Muslime mit dem Koran und der prophetischen Tradition (Sunna). Daher bleibt der Islam offen und ist nicht abgeschlossen. Dieses Verständnis vom Islam öffnet Muslimen Raum, ihre Religion keineswegs als statische Ansammlung an Instruktionen aufzufassen, sondern an erster Stelle als Medium der Entfaltung von Liebe und Barmherzigkeit, und zwar im jeweiligen historischen Kontext. Dies betrifft vor allem die Frage nach dem Zusammenleben von Muslimen und Angehörigen anderer Weltanschauungen.