Der Autor kritisiert, dass die Bischöfe nach der Jugendsynode zwar behaupten, gut zugehört zu haben, aber vermutlich weder richtig verstanden haben noch verstehen können. Die Generationenkluft zwischen älteren Bischöfen und jungen Menschen ist real und schmerzhaft, was echtes Verständnis erschwert. Problematisch ist zudem die Selbstbezeichnung als „Synodenväter", die asymmetrische Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse impliziert und damit jene klerikal-hierarchischen Strukturen reproduziert, die der Kirche großen Schaden zugefügt haben.
Doch der Autor bietet eine konstruktive Perspektive: Statt nur zuzuhören ist es wichtiger, Vertrauen zu haben und jungen Menschen etwas zuzutrauen. Dies gründet im theologischen Glauben, dass der Heilige Geist in allen Getauften wirkt – nicht nur in Ordinierten oder engagierten Laienräten. Gottes Geist ist überraschend, eigenwillig und autonom; er wirkt bereits in der Welt, bevor die Kirche handelt. Dies sollte die Kirche entlasten und befreien.
Daraus folgt eine Neubestimmung bischöflicher Leitung: nicht als Herrschaft durch Vorgaben und Entscheidungen, sondern als Dienst durch Ermutigung, Motivation, Begleitung und Vertrauen. Die Kirche als Institution mit großen Netzwerken und Ressourcen sollte diese nutzen, um Menschen Gelegenheiten zu schaffen, Gott zu finden – weniger mit sich selbst beschäftigt, sondern offen für die Sendung ihrer Glieder in der Welt.