Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenbereichen Berufung, Priestertum, Glaube, Weltkirche, Spiritualität, Gebet, Nachfolge Jesu sowie christliche Lebensentscheidungen eingesetzt werden. Durch die persönliche Lebensgeschichte von Pater Anton erhalten die Lernenden einen authentischen Einblick in den Weg eines Menschen, der seinen bisherigen Beruf verlassen hat, um Priester zu werden. Dadurch wird deutlich, dass Berufung ein Prozess ist, der Zeit, Offenheit und Vertrauen erfordert.
Als Einstieg kann die Frage dienen, welche Entscheidungen das Leben eines Menschen grundlegend verändern können. Die Lernenden überlegen, welche Werte ihre eigenen Lebensentscheidungen prägen und ob Menschen heute noch bereit sind, ihr Leben aufgrund ihres Glaubens neu auszurichten. Anschließend können erste Erwartungen an das Leben eines Priesters gesammelt und mit den Aussagen des Interviews verglichen werden.
Während des Videos bearbeiten die Lernenden Beobachtungsaufträge. Sie halten fest, welche Erfahrungen Pater Anton als entscheidend für seine Berufung beschreibt, welche Bedeutung Maria, das Gebet und die Sakramente für ihn besitzen und wie er die Aufgabe eines Priesters versteht. Ebenso können sie herausarbeiten, welche Aussagen über die Weltkirche und die Arbeit von Kirche in Not getroffen werden und welche Bedeutung das Zeugnis verfolgter Christinnen und Christen für den eigenen Glauben haben kann.
In der Auswertung eignet sich eine Gruppenarbeit zu verschiedenen Themen. Eine Gruppe untersucht den Weg der Berufung und vergleicht ihn mit biblischen Berufungsgeschichten. Eine weitere Gruppe beschäftigt sich mit der Frage, welche Aufgaben Priestern nach dem Verständnis der katholischen Kirche zukommen. Eine dritte Gruppe analysiert die Aussagen über Hoffnung, Gebet und Vertrauen auf Gott in schwierigen Lebenssituationen. Eine weitere Arbeitsgruppe kann die Bedeutung der weltweiten Solidarität mit verfolgten Christinnen und Christen herausarbeiten.
Das Medium fördert religiöse Sprachfähigkeit, Urteilsbildung und Empathie. Die Lernenden erkennen, dass christlicher Glaube weit über religiöses Wissen hinausgeht und sich im konkreten Handeln, im Gebet und im Einsatz für andere Menschen ausdrückt. Kreative Unterrichtsformen wie das Schreiben eines persönlichen Berufungsbriefes, das Gestalten einer Mindmap zum Begriff Berufung, die Analyse biblischer Berufungsgeschichten oder ein Rollenspiel über unterschiedliche Lebensentscheidungen ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten. Das Video eignet sich außerdem hervorragend für Unterrichtseinheiten zu den Themen Weltkirche, Priestertum, Nachfolge Jesu, Sakramente, Spiritualität und christliche Verantwortung.
Vortrag von Pater Anton Lessner bei „Kirche in Not“
Pater Anton berichtet eindrücklich von seinem persönlichen Berufungsweg. Ursprünglich als Unternehmensberater tätig, erlebte er nach einer Präsentation in Nürnberg eine tiefe innere Leere. In dieser Situation wandte er sich nachts spontan im Gebet an Maria – ein Moment, der ihn wenige Wochen später zu einer entscheidenden geistlichen Erfahrung führte: der Erkenntnis, Priester werden zu sollen. Diese Berufung beschreibt er als „reine Gnade“, nicht als Verdienst.
Er betont, dass Glaube eine innere Gewissheit sei, die oft erst im Rückblick erkennbar werde. Immer wieder erfahre er Bestätigungen, etwa durch scheinbare Zufälle, die er als göttliche Fügung interpretiert – z. B. die Schenkung einer vollständigen Bibliothek an ein theologisches Institut.
In theologischer Hinsicht erklärt er das Priestertum als von Jesus selbst eingesetzt, nicht als bloße kirchliche Einrichtung. Dabei gehe es nicht um Perfektion, sondern um das Wachsen im Glauben. Auch Zweifler nimmt er ernst, verweist aber auf die tiefere Wahrheit hinter Schöpfung und menschlicher Existenz, die aus seiner Sicht rational nur durch die Existenz eines göttlichen Geistes erklärbar ist.
Ein zentraler Gedanke: Die menschliche Erfahrung von Glauben geschieht oft in der Krise – dort, wo Menschen an ihre Grenzen kommen. Gerade in armen oder bedrängten Regionen sei der Glaube besonders lebendig. Für ihn ist Kirche in Not ein pastorales Werk, das nicht nur materielle Hilfe leistet, sondern geistliche Solidarität lebt.
Als neuer kirchlicher Assistent von Kirche in Not will er diesen geistlichen Auftrag stärken: Jesus soll im Zentrum stehen, Mitarbeiter und Unterstützer sollen sich als Jünger verstehen, die hören, vertrauen und handeln.
Diese Zusammenfassung bietet sich für den Religionsunterricht oder Fortbildungen an, etwa zum Thema „Berufung und Glaubenszeugnis heute“. Bei Interesse kann ich auch eine didaktische Umsetzung vorschlagen.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Wer ist Pater Anton Lässer?
Pater Anton Lässer ist Priester und kirchlicher Assistent von Kirche in Not. Zuvor arbeitete er als Unternehmensberater, bevor er sich für den priesterlichen Dienst entschied.
Wie entstand seine Berufung zum Priestertum?
Seine Berufung entstand nach einer persönlichen Gebetserfahrung und wurde während Exerzitien zu einer tiefen inneren Gewissheit, Priester zu werden.
Welche Rolle spielt Maria in seinem Glaubensleben?
Pater Anton beschreibt Maria als wichtige Begleiterin seines Berufungsweges. Ein persönliches Gebet vor einer Mariengrotte wurde für ihn zu einem entscheidenden Wendepunkt seines Lebens.
Wie versteht er Berufung?
Berufung ist für ihn keine menschliche Leistung, sondern eine Gabe Gottes, die sich im Vertrauen auf Gottes Führung entfaltet und den Menschen Schritt für Schritt begleitet.
Welche Bedeutung hat das Priestertum nach seiner Auffassung?
Er versteht das Priestertum als von Jesus Christus gestifteten Dienst an den Menschen. Priester sollen Christus nachfolgen, die Sakramente spenden und den Glauben verkünden.
Welche Rolle spielen Gebet und Sakramente?
Gebet und Sakramente sind für ihn die wichtigste Quelle der Kraft. Besonders hebt er das Bußsakrament und die Eucharistie als zentrale Geschenke Jesu hervor.
Welche Erfahrungen verbindet er mit Kirche in Not?
Er berichtet von beeindruckenden Glaubenszeugnissen verfolgter Christinnen und Christen und sieht in ihrer Hoffnung und Standhaftigkeit ein starkes Zeichen lebendigen Glaubens.
Welche Bedeutung misst er dem persönlichen Glaubenszeugnis bei?
Er betont, dass christlicher Glaube im konkreten Handeln sichtbar werden muss. Liebe zeigt sich nicht nur in Worten, sondern vor allem in Taten und im Einsatz für andere Menschen.
Warum eignet sich das Video für den Religionsunterricht?
Das Video eröffnet den Lernenden einen authentischen Zugang zu den Themen Berufung, Priestertum, Weltkirche und christliche Spiritualität. Es regt dazu an, über eigene Lebensentscheidungen, Glaubensfragen und Verantwortung nachzudenken.
Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video?
Das Video macht deutlich, dass christlicher Glaube aus einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus wächst. Vertrauen auf Gott, Gebet, gelebte Nächstenliebe und die Bereitschaft zur Nachfolge prägen das Leben eines Christen und können Menschen dazu befähigen, Hoffnung weiterzugeben und Verantwortung für andere zu übernehmen.