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Leserbrief zu „Missbrauch von Nonnen durch Priester“

Veröffentlichung:1.5.2026

Ordensgemeinschaften müssen sich dem Problem des Missbrauchs offen stellen und eine Spiritualität des Dienens statt der Machtausübung pflegen, während die sinkenden Frauenberufungen primär soziologische Ursachen haben.

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Der Autor betont die dringende Notwendigkeit, dass Kirche und Ordensgemeinschaften, insbesondere Männergemeinschaften, sich dem Problem des Missbrauchs offensiv widmen. Dieser Missbrauch wird als zentrale Verletzung der Ordensberufung selbst verstanden, die öffentlich gemacht und aktiv bekämpft werden muss. Der Text verweist auf eine grundlegende Neubewertung des Priesterseins: Statt Machtausübung sollte tiefe Achtung vor jedem Menschen im Zentrum stehen. Ordensschwestern werden nicht als bloße Dienerinnen, sondern als eigenständige Berufungen mit eigener Würde verstanden. Priester sind aufgefordert, sich als Diener zu begreifen und jede Macht in den Dienst Jesu zu stellen. Dies erfordert eine vertiefte Auseinandersetzung mit der eigenen Spiritualität und eine bewusste Überwindung von Machtgefällen. Der Autor ordnet die Abnahme von Frauenberufungen jedoch primär in soziologische Veränderungen ein. Historisch gab es bis ins 19. Jahrhundert in Europa etwa gleich viele Ordensschwestern wie Ordensbrüder, woraufhin sich die Zahl der Schwestern verdreifachte. Gegenwärtig deutet sich eine Rückentwicklung zu ausgeglicheneren Zahlen an, die bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts andauern könnte. Die genauen europäischen Gründe für diese Entwicklung erfordern noch wissenschaftliche Untersuchung.

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