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feinschwarzEva Wimmer

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Eva Wimmer

„Im Herzen habe ich gejubelt, in echt konnte ich es leider nicht.“

Veröffentlichung:1.5.2026

Geschlechtergerechtigkeit ist kein westliches Problem, sondern ein globales Anliegen junger Katholiken – doch strukturelle und kulturelle Barrieren in vielen Ländern ersticken offene Debatten dazu ab.

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Eva Wimmer analysiert ihre Erfahrungen als Teilnehmerin am vatikanischen Jugendsynodalen Prozess (2017-2019) und entwickelt vier Thesen zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Weltkirche. Sie widerlegt zunächst die These, dass Geschlechtergerechtigkeit ein westlich-europäisches Problemfeld darstelle: Die internationale Vorsynode mit 300 jungen Menschen aus aller Welt diskutierte das Thema intensiv und vielfältig. Frauen in Führungspositionen, weibliche Vorbilder und die Frage nach weiblichen Berufungsmöglichkeiten waren dominant präsent. Wimmer beobachtet einen markanten Unterschied zwischen der offenen Gesprächskultur unter jungen Menschen und der zurückhaltenderen Debatte in der Bischofssynode selbst. Während junge Menschen intensiv über Geschlecht und Gender sprachen, dominierte in den Bischofsdokumenten das Thema Sexualität stärker, während Frauenfragen an Gewicht verloren. Dies zeigt sich auch darin, dass manche Diskussionen der Jugendlichen in den Protokollen nicht auftauchten oder nur in privaten Gesprächen stattfanden. Die dritte These betont die Universalität der Anliegen junger Katholiken weltweit – sie fordern mehr Platz, bessere Wahrnehmung und mehr Verantwortung in der Kirche – bei gleichzeitig unterschiedlichen Arbeits- und Kommunikationsweisen. Die vierte These wird durch Wimmers eigene Erfahrung exemplarisch unterstrichen: Nach ihrer Rede zu Geschlechtergerechtigkeit und Frauenordination suchten über 30 Frauen private Gespräche mit ihr auf. Mehrere berichteten, dass sie nicht applaudieren konnten, weil dies in ihren Heimatländern ernsthafte persönliche Konsequenzen hätte. Strukturelle und kulturelle Zwänge verhindern also, dass progressive Positionen junger Menschen öffentlich sichtbar werden, während sie im privaten Raum durchaus vorhanden sind.

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