Der Text behandelt die Situation von langjährigen kirchlichen Mitarbeiter*innen, die unter den unverrückbaren klerikalen Strukturen der katholischen Kirche leiden und ihre Hoffnung auf Veränderung verloren haben. Ausgangspunkt ist ein berichtetes Gespräch, in dem eine Frau mit über 30 Berufsjahren in der Kirche ihre Hoffnungslosigkeit artikuliert, worauf eine andere Teilnehmerin sie fragt, warum sie nicht einfach gehe. Staudigl kritisiert diese Reaktion als Form der Ausgrenzung und plädiert stattdessen für Solidarität mit Frustrierten, Kraftlosen und Wütenden.
Sie analysiert die strukturellen Gründe für diese Hoffnungslosigkeit: Frauen sind in einer hierarchischen, von Männern dominierten Amtskirche strukturell benachteiligt und können ihre Kompetenzen nicht einbringen, wenn die Entscheidungsmacht allein bei geweihten Priestern liegt. Die fehlenden positiven Erfahrungen von echter Communio über Jahrzehnte hinweg zermürben Menschen, die mit idealistischen Hoffnungen in den Dienst der Kirche gingen. Staudigl dokumentiert aus eigener Erfahrung die Ratlosigkeit, die entsteht, wenn sachliche Argumente und Kompetenz an klerikale Machtverhältnisse und undefinierte Entscheidungsstrukturen prallen. Sie bekundet Verständnis für die Wut auf eine „Elite-Anthropologie", die Priestern durch die Weihe eine Christusgleichförmigkeit zuspricht, die allen Getauften zustehen sollte. Statt Menschen aufgrund ihrer berechtigten Frustration auszugrenzen und zum Gehen zu bewegen, plädiert Staudigl dafür, sie zum Bleiben einzuladen und ihre Kritik als Zeichen ihrer Treue zu würdigen.