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Ulrich RiegelMartin RothgangelTheoWeb

Ulrich Riegel,

Martin Rothgangel,

TheoWeb

Auf dem Weg zu Formaten religionsdidaktischer Forschung

Veröffentlichung:1.5.2026

Was macht ein religionsdidaktisches Forschungsfeld zu einem eigenständigen Format? Diese Zwischenbilanz sichtet neun Expertisen und zeigt, wie der Formatbegriff hilft, religionsdidaktische Forschung systematisch zu erfassen – von Wissenschaftstheorie bis hermeneutischer Konzeptentwicklung.

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Dieses abschließende Kapitel eines Themenhefts zieht eine Zwischenbilanz zur Frage, wie produktiv der von der Gesellschaft für Fachdidaktiken (GFD) eingeführte Begriff des „fachdidaktischen Forschungsformats" für die Religionsdidaktik nutzbar gemacht werden kann. Die These lautet: Dieser Begriff hilft dabei, charakteristische religionsdidaktische Forschungsfelder zu identifizieren und ihre spezifischen Merkmale entlang von drei sogenannten formatierenden Dimensionen – Bezugstheorien, Gegenstandsbereiche und Methodiken – präzise zu erfassen. Der Autor hat neun Expertisen von Fachkolleginnen und Kollegen zusammengefasst, die sich kritisch-konstruktiv mit dem Formatbegriff auseinandergesetzt haben. In der vorliegenden Analyse werden diese Beiträge zunächst pointiert nach den drei formatierenden Dimensionen gesichtet und die Urteile der Autorinnen und Autoren rekapituliert, ob die jeweiligen Forschungsfelder als eigenständige religionsdidaktische Forschungsformate gelten können. Exemplarisch zeigt sich: Die religionsdidaktische Wissenschaftstheorie (Kumlehn) wird als dynamisches Feld charakterisiert, das ein eigenes Forschungsformat rechtfertigt. Sie bezieht sich auf Theologie, Pädagogik sowie Human-, Sozial- und Kulturwissenschaften und reflektiert Theorien in ihrem zeitlichen und kulturellen Kontext. Die hermeneutische Konzeptentwicklung (Lindner) wird als dezidiert hermeneutisches Format verortet, das seine Bezüge in Philosophie und Geisteswissenschaften hat und mittels interpretierenden Verstehens neue religionsdidaktische Erkenntnisse generiert. Auf Basis dieser Einzelanalysen werden übergreifende grundsätzliche Überlegungen und Kritikpunkte zu den Forschungsformaten diskutiert. Abschließend werden die bisherigen Überlegungen zum Begriff der religionsdidaktischen Forschungsformate weiterentwickelt und ihre Bedeutung für die religionsdidaktische Forschung sowie für das Verständnis fachdidaktischer Forschungsformate insgesamt thesenhaft aufgezeigt. Der Beitrag trägt damit zur wissenschaftlichen Selbstvergewisserung der Religionsdidaktik bei und bietet eine systematische Grundlage für zukünftige Forschungsplanung in diesem Fach.

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