Benesch und Feichtinger untersuchen die Religiosität muslimischer Jugendlicher in Österreich mit einem quantitativen Ansatz. Die Stichprobe umfasst 29 Jugendliche aus islamischen Familien im Alter von 11 bis 14 Jahren. Als Messinstrument wird ein modifizierter religiöser Sozialisationsindex nach Huber verwendet, der auf der Zentralitätsskala basiert: Diese misst die Häufigkeit und Intensität der Aktivierung religiöser Konstruktsysteme und eignet sich besonders für abrahamitische Religionen. Der Fragebogen wurde in jugendgerechter Sprache formuliert. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Varianz in der religiösen Zentralität: Manche Jugendliche ordnen den Islam als zentrales Sinnprinzip in ihr Leben ein, andere eher peripher. Dabei spielen Herkunft, Milieu und familiäre Praxis eine wesentliche Rolle. Die Studie leistet einen Beitrag zur empirischen Erfassung muslimischer Jugendreligiosität in Österreich und liefert religionspädagogisch relevante Hinweise für die Gestaltung islamischen Religionsunterrichts.