In der Religionspädagogik wird die Bedeutung der Kategorie Kindheit in Bezug auf gesellschaftliche Ordnungen nicht in der Tiefe erfasst. Es stellt sich die Frage, inwieweit angesichts der durch generationale Ordnungen festgeschriebenen Machtasymmetrien Agency und Vulnerabilität von Kindern in westlichen Gesellschaften verhandelt werden. Mithilfe postkolonialer Theorien lassen sich Konzeptionen und Ordnungen, die eine fundamentale Differenzierung zwischen Kindern und Erwachsenen herstellen, aufdecken und für eine religionspädagogische Auseinandersetzung nutzbar machen. röter Unterwerfung, Subjugation, complicity Komplizenschaft and the und habitus Habitus of survival der Überlebenskunst On Zurthe decolonisationvon Dekolonisierung of Kindheitskonzeptionen childhood in religious education in religiösen Bildungsprozessen Abstract In religious education, the significance of the category childhood in relation to social orders has not yet been fully established. The question arises to what extent agency and vulnerability of children are negotiated in Western societies in view of power asymmetries established through generational orders. In reference to postcolonial theory, conceptions and social systems that establish a fundamental differentiation between children and adults can be revealed and made utilisable for religious education. Keywords childhood – postcolonial theory – decolonisation – religious education Britta Konz / Anne Schröter: Unterwerfung, Komplizenschaft und Habitus der Überlebenskunst. Zur Dekolonisierung von Kindheitskonzeptionen in religiösen Bildungsprozessen' ÖRF 31 (2023) 1, 48–67 • DOI: 10.25364/10.31:2023.1.4 50 1. Einleitung Im Zuge einer Sensibilisierung für die Heterogenität der Schüler*innenschaft hat sich in der Religionspädagogik seit einigen Jahren eine „anthropologische Wende“ vollzogen.1 Dies führte zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit Fragen der Diversität.