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Religionspädagogische BeiträgeWolfhard Schweiker

Religionspädagogische Beiträge,

Wolfhard Schweiker

Religiöse Bildung in Förderschule und Inklusion

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel analysiert die Situation der religiösen Bildung für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen in Deutschland unter Bedingungen der Förderschule und Inklusion. Er untersucht strukturelle Defizite, fehlende akademische Aufarbeitungsprozesse und entwickelt Perspektiven für eine verbesserte inklusive Religionspädagogik.

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Der Artikel behandelt die Umsetzung des Menschenrechts auf inklusive Bildung gemäss UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) im Bereich der religiösen Bildung in Deutschland. Schweiker analysiert zunächst die Bedingungen der Förderschule und Inklusion und zeigt auf, dass trotz 10 Jahren Ratifizierung der UN-BRK die Exklusionsquote nur marginal von 4,9% auf 4,3% gesunken ist. Er dokumentiert eine "stabile Fehlentwicklung" mit zunehmender Diagnostizierung von Förderbedarfen im Bereich sozial-emotionaler Entwicklung. Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem Verhältnis von Sonder- und Religionspädagogik in historischer Perspektive. Schweiker konstatiert eine wechselseitige Isolation beider Disziplinen, die dazu führte, dass religiöse Bildung für Menschen mit Behinderungen akademisch unbearbeitet blieb. In der Situationsanalyse werden konkrete Defizite dokumentiert: Unterrichtsausfall an Förderschulen (ca. ein Drittel der Schüler/-innen), fehlende Qualifizierung von Lehrkräften, unzureichende Statistiken, mangelnde Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, sowie divergente und unzureichende Bildungspläne. Besonders problematisch ist die mehrfache Destabilisierung durch den Umbau zum inklusiven Schulsystem: Förderschulen verlieren Personal an inklusive Settings, während Regelschullehrkräfte für inklusiven Religionsunterricht nicht qualifiziert sind. Die Arbeit endet mit konkreten Forderungen und Perspektiven: Grundlagenforschung ist unverzichtbar, Professuren für Religionspädagogik mit Schwerpunkt Inklusion müssen geschaffen werden, verlässliche Kooperation zwischen religionspädagogischen Instituten und Hochschulen ist notwendig, und die Gründung eines bundesweiten Instituts für inklusions- und sonderpädagogisch orientierte Religionspädagogik wird empfohlen.

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