Der Artikel behandelt die Glaubenskommunikation in weltkirchlichen Austauschprozessen am Beispiel der Catequesis Familiar. In einer globalisierten Welt wird der internationale Austausch immer wichtiger, besonders im religiösen Bereich. Das Promotionsprojekt der Autorin untersucht das Modell der Familienkatechese, das Ende der 1960er-Jahre in Chile entwickelt wurde und sich von dort in andere Länder verbreitete. Das Konzept fördert Glaubenskommunikation auf verschiedenen Ebenen durch Einbeziehung der Familie als Keimzelle der Glaubensgemeinschaft. Ziel dieses katechetischen Weges ist die Ausrichtung auf Familien, um sie aus Anlass der Erstkommunion ihrer Kinder neu mit dem Evangelium in Kontakt zu bringen und sie in die Gemeinde der Gläubigen vor Ort zu integrieren. Die ganzheitliche Konzeption der Familienkatechese fußt auf dem Prinzip der communio (Glaubenskommunikation und Glaubensleben in Gemeinschaft). Das Forschungsvorhaben analysiert exemplarisch die Konzepte aus Deutschland und Peru, um mittels der unterschiedlichen Weiterentwicklung des gemeinsamen Grundmodells Perspektiven für die katechetische Arbeit zu extrahieren. Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: Zunächst werden für die Analyse Merkmale einer zeitgemäßen Kommunionkatechese anhand lehramtlicher Dokumente erarbeitet. Auf dieser Basis findet im zweiten Teil ein reziproker Austausch in weltkirchlicher Perspektive statt. Das deutsche Modell wird im Sinne interkulturellen und interekklesialen Lernens analytisch mit seinen lateinamerikanischen Wurzeln in Dialog gebracht. Die Besonderheiten der einzelnen Modelle werden herausgearbeitet und untersucht, welche kontextspezifischen Aspekte als Impulse für die andere Ortskirche dienen können. Es geht nicht um direkten Vergleich, sondern um systematische Reflexion eines wechselseitigen Austauschprozesses zwischen Lateinamerika und Europa, der die jeweiligen Differenzen wahrnimmt und anerkennt. Konkrete Beispiele sind unter anderem die Miteinbeziehung von Jugendlichen und die gezielte Schulung von Ehrenamtlichen in Peru oder die in Deutschland teilweise praktizierte Aufteilung der thematischen Einheiten in verschiedene Wege. Studien belegen die positiven Auswirkungen des Modells auf die persönliche und religiöse Entwicklung des Einzelnen sowie der christlichen Gemeinschaft (Intensivierung der Glaubenskommunikation, verstärktes Engagement, Entstehung von Basisgemeinschaften).