Ulrich Riegel praesentiert eine empirische Untersuchung mit 617 italienischen und deutschen Religionslehrkraeften zu ihrer Vorstellung vom idealen Religionsunterricht. Als theoretischen Rahmen nutzt er Grimmitts Unterscheidung zwischen 'learning in religion', 'learning about religion' und 'learning from religion'. Die Auswertung zeigt, dass Lehrkraefte beider Laender trotz unterschiedlicher schulkultureller Kontexte uebereinstimmend eine paedagogische Perspektive bevorzugen: Sie wollen Schuelerinnen und Schueler zu eigenstaendigem religioesen Urteilsvermoegen befaehigen, nicht primaer konfessionellen Glauben vermitteln. Ueberraschend ist die Konvergenz zwischen dem konfessionell gebundenen deutschen und dem staerker kulturell-religioesen italienischen Modell. Die Studie liefert wertvolle Einblicke in die impliziten Standards, nach denen Lehrkraefte ihren Unterricht ausrichten.