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Religionspädagogische BeiträgeUlrich Kropač

Religionspädagogische Beiträge,

Ulrich Kropač

Glaube und Religion

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht die beiden zentralen Gegenstände des katholischen Religionsunterrichts – Glaube und Religion – in ihrer theologischen und religionspädagogischen Bedeutung. Kropač analysiert die historische Entwicklung dieser Begriffe, die aktuellen Herausforderungen durch Säkularisierung und Erosion von Glaubensgewissheiten sowie deren Implikationen für die zukünftige Gestaltung des Religionsunterrichts in der Schule.

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Der Beitrag thematisiert zwei zentrale Gegenstände des katholischen Religionsunterrichts gemäß dem Synodenbeschluss von 1974: Glaube und Religion. Im ersten Teil analysiert Kropač den theologischen Glaubensbegriff, der in drei Dimensionen aufgeschlüsselt wird (Fides qua als personaler Vollzug, Fides quae als inhaltliche Dimension, Fides cum communitate als gemeinschaftliche Dimension). Er zeigt auf, dass alle drei Dimensionen des Glaubensbegriffs unter massivem Druck stehen: Die erste Dimension leidet unter dem Streit zwischen Freiheits- und Gehorsamsverständnis (Striet-Menke-Debatte), die zweite unter der „Erosion des Dogmatischen" durch Säkularisierung und Rationalitätsanspruch, und die dritte unter dem Mitgliederverlust in den Kirchen (37,8% Konfessionslose in Deutschland 2018). Im zweiten Teil behandelt Kropač den Religionsbegriff, der – anders als „Glaube" – eine genuin interdisziplinäre Bezugsdisziplin besitzt. Er verdeutlicht die begriffsgeschichtliche Kontingenz und Umstrittenheit des Terminus seit der Frühen Neuzeit. Die religionspädagogische Wendung seit den 1970er Jahren hat den Religionsbegriff zur Legitimationsgrundlage des Faches gemacht, wobei Religion nun als gesellschaftliches und anthropologisches Fundamentaldatum verstanden wird. Im dritten Teil formuliert Kropač fünf zugespitzte Überlegungen zu zukünftigen Perspektiven: (1) Glaube wird ein zunehmend schwieriger Unterrichtsgegenstand, weshalb Religiositätsunterricht Priorität vor Glaubensvermittlung haben muss. (2) Die Bedeutung von „Glaube" liegt zukünftig weniger in seiner Gegenständlichkeit als in der Ausrichtung des Unterrichts – als Chiffre für positionelles Lernen. (3) „Religion" bleibt Zentralbegriff und unverzichtbar für bildungstheoretische Legitimation des Faches. (4) Die Weite und Unbestimmtheit des Religionsbegriffs ist zugleich komfortabel und problematisch. (5) Eine Dimensionierung durch die Trias „Religion – Religiosität – Religionskultur" ermöglicht präzisere Analyse.

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