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Religionspädagogische BeiträgeSaila Kujanpää

Religionspädagogische Beiträge,

Saila Kujanpää

Developments of Islamic education in the Nordic countries

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht die Entwicklungen der islamischen Religionspädagogik in vier nordischen Ländern (Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland). Er analysiert islamischen Religionsunterricht in öffentlichen Schulen, in privaten muslimischen Schulen und in islamischen Gemeinden, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Spannungen zwischen säkularem Luthertum, nationalen Homogenitätsvorstellungen und der Integration religiöser Minderheiten gerichtet wird.

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Der Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der islamischen Bildung in Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland. Die nordischen Länder teilen kulturelle Merkmale wie die historisch starke Position der lutherischen protestantischen Kirche, starke Säkularisierung und ein Profil als Wohlfahrtsstaaten. Trotz dieser Gemeinsamkeiten haben sich unterschiedliche Formen des islamischen Religionsunterrichts herausgebildet. Der Artikel behandelt zunächst die allgemeine Organisierung von Religionsunterricht in jedem Land und dessen Beeinflussung durch kulturellen Protestantismus/Luthertum. Dann untersucht er, wie der Islam in offiziellen Lehrplänen berücksichtigt wird. Besondere Aufmerksamkeit erhält das finnische Modell, das islamischen Religionsunterricht als separates Fach mit eigener Lehrerausbildung etabliert hat. Zusätzlich behandelt der Artikel alternative Bildungsoptionen wie muslimische Schulen in freier Trägerschaft und islamischen Zusatzunterricht in Gemeinden. Die Analyse zeigt: Obwohl Religionsunterricht in allen Ländern als nicht-konfessionell dargestellt wird, wirkt sich die "lutherische Marinierung" aus und privilegiert das Christentum. Islam wird oft als "das Andere" dargestellt und in Unterrichtsmaterialien negativ porträtiert. Finnland zeigt einen anderen Ansatz, indem es islamischen Religionsunterricht getrennt von nicht-konfessionellem Unterricht organisiert. Der Artikel kritisiert, dass Bestrebungen nach Neutralität und Nicht-Konfessionalität zu Diskriminierung führen können – etwa wenn Schulen gezielt nicht-muslimische Lehrkräfte bevorzugen. In Norwegen wird die Idee von muslimischen Schulen als Bedrohung der nationalen Einheit wahrgenommen, während christliche Schulen nicht als Problem gesehen werden. Der Artikel zeigt auf, dass nordische Integrationsideale oft bedeuten, Minderheiten der Mehrheitsperspektive anzupassen. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass Forschung zu islamischem Religionsunterricht – besonders bezüglich Inhalte und Ansätze – noch begrenzt ist und positives Engagement muslimischer Pädagogen negative Diskurse herausfordern könnte.

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