Der Artikel behandelt das in der Religionspädagogik vielgebrauchte, aber oft unbestimmte Konzept der religiösen Welterschließung. Schambeck argumentiert, dass dieser Begriff mehr umfasst als religiöse Lern- und Bildungsprozesse und sich einem klaren Verständnis bislang entzogen hat. Ausgangspunkt sind Alltagssituationen aus dem schulischen Religionsunterricht, die zeigen, wie unterschiedliche „Sprachen" des Religiösen (ästhetisch, kognitiv, dogmatisch, praktisch) unvermittelt nebeneinander stehen. Der Autor definiert religiöse Welterschließung als existenzielles, ästhetisches, kognitives und praktisches Erschließen von Religion. Religion wird dabei nicht substanzialistisch, sondern phänomenologisch-hermeneutisch verstanden: Sie zeigt sich in der Lebenswelt von Menschen und lässt sich nur innerhalb partikularer religiöser Traditionen angemessen klären. Dies führt zum Verständnis von Religion als vielgestaltiges Phänomen mit existenzieller und Ausdrucksdimension. Im Kontext Schule wird religiöse Welterschließung als spezialisierter Fall verstanden, der Schüler/-innen befähigen soll, den religiösen Weltzugang wahrzunehmen, zu verstehen und zu artikulieren. Der Autor plädiert abschließend für einen positionellen Religionsunterricht, in dem Religion von innen her, authentisch und in ihrer Vieldimensionalität zur Sprache kommt. Dies erfordert sowohl unterschiedliche Präsentationsmodi als auch eine angemessene Konzeptualisierung, die die Besonderheit von Religion gegenüber anderen Weltzugängen bewahrt.