Der Artikel argumentiert, dass trans- und posthumanistische Ideen nicht mehr nur abstrakte Zukunftsvisionen darstellen, sondern bereits in alltägliche Technologien und Praktiken wie Human Enhancement, Body-Tracking und digitale Implantate integriert sind. Die Autoren führen eine theologische Perspektivierung durch, die zwischen Technolatrie und Technophobie als zwei problematischen Polen differenziert. Sie unterteilen posthumanistische Strömungen in den technologischen/postbiologischen Posthumanismus (Kurzweil, Bostrom) und den kritischen Posthumanismus (Braidotti, Haraway, Latour), wobei beide Ansätze Human Enhancement als Ziel verfolgen. Der Artikel identifiziert anthropologische und eschatologische Fragen als zentrale theologische Herausforderungen: Was zeichnet Menschsein aus, und wie sind technologische Versprechungen vor dem Hintergrund christlicher Eschatologie zu bewerten? Die Autoren entwickeln drei didaktisch-inhaltliche Leitlinien: Erstens wird eine stärkere Orientierung an Religionsphilosophie und Fundamentaltheologie als Referenzdisziplinen empfohlen, um der Dichotomie zwischen Technolatrie und Technophobie zu entgehen. Zweitens schlagen sie vor, zeit- und kontextsensitive „Prüfsteine" wie das „Memento mori" in religiöse Bildungsprozesse einzubeziehen, um eine freiheitstheologische Perspektive auf Endlichkeit und menschliche Würde zu fördern. Drittens zeigen die Autoren curriculare Anknüpfungspunkte auf, die eine Integration von T- und PH in den Religionsunterricht der Sekundarstufen I und II ermöglichen, etwa durch die Analyse von Science-Fiction-Literatur, Filmen und Computerspielen. Der Artikel plädiert für einen dialogischen, nicht-polarisierenden Ansatz, der Jugendliche befähigt, sich begründet zu trans- und posthumanistischen Phänomenen zu positionieren.