Klaus Zierer deutet den paulinischen Imperativ 'Prueft alles, und behaltet das Gute!' (1 Thess 5,21) als paedagogisches Programm. Er stellt die Rezeptionsgeschichte des Verses vor, insbesondere die Interpretation des Hieronymus, und verbindet ihn mit Carl Friedrich von Niemeyers aufklaererischem Konzept des Eklektizismus: 'Alles pruefen! Das Beste behalten!' Zierer zeigt, dass Eklektik als paedagogische Methode zwei komplementaere Bewegungen umfasst: Auswahl (kritische Sichtung) und Integration (konstruktive Synthese). Dieses Prinzip sei fuer die Religionspaedagogik besonders produktiv, weil es theologische Offenheit mit didaktischer Urteilskraft verbindet. Der Beitrag plaediert dafuer, den Eklektizismus nicht als Beliebigkeit, sondern als reflektierte Methode der Theoriebildung in der Religionspaedagogik zu rehabilitieren.