Das Forschungsprojekt FALKE-eR (Fachspezifische Lehrkräftekompetenzen im Erklären – expertise / Religionspädagogik) ist Teil des BMBF-geförderten Gesamtprojekts FALKE-e an der Universität Regensburg und widmet sich der Förderung didaktischer Professionalisierungspraktiken angehender Religionslehrkräfte. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Erprobung eines stark praxisorientierten universitären Lehrformats, das Studierende in ihrer adaptiven und adressatenorientierten Erklärkompetenz sowie ihrer Reflexionskompetenz fördert. Das Projekt baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts FALKE-q auf, das vier überfachliche Kriterien guter Erklärungen identifizierte: Strukturiertheit, Adressatenorientierung, sprachliche Verständlichkeit und Sprech-Körperausdruck. FALKE-eR fokussiert besonders auf Adaptivität und Adressatenorientierung, verstanden als Mikro- und Makro-Adaptationen an individuelle Schülerbedürfnisse. Das fachlich-thematische Schwerpunkt liegt auf der Behandlung der Frage nach den Wahrheiten biblischer Erzählungen im Religionsunterricht mit Jugendlichen. Das Studiendesign mit vier Messzeitpunkten umfasst: Baseline-Kurzerklärungen, Input zu biblischen Erzählungen und Erklärkriterien, Vorbereitung und Erprobung von 25-minütigen Unterrichtsminiaturen an speziellen „Erzähltagen", videographiegestützte Reflexionen und optimierte Wiederholung der Unterrichtsminiaturen. Zwanzig Studierende wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Erklärer/-innen (11 Personen) und Beobachter/-innen (9 Personen). Die Datenerhebung erfolgte durch Videographien von Kurzerklärungen und Unterrichtsminiaturen, schriftliche Artikulationsschemata, schriftliche Reflexionen sowie Schüler/-innen-Fragebögen und Kompetenztests (84 Schüler/-innen). Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kompetenzen für eine differenzierte Behandlung der Wahrheitsfrage durch das Seminar gefördert wurden, jedoch zeigen sich große Unterschiede in der Nutzung des Angebots zwischen Studierenden. Zuwächse in der adaptiven Erklärkompetenz zwischen den Messzeitpunkten sind insgesamt heterogen und teilweise gering. Bei der Reflexionskompetenz wird erschwert durch kürzere zweite Reflexionen. Die detaillierte Datenanalyse war zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht abgeschlossen. Das Projekt trägt zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Förderung zentraler Kernkompetenzen angehender (Religions-)Lehrkräfte bei. Erkannt wurde die Notwendigkeit einer engeren Verknüpfung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Wissensvermittlung sowie die Bedeutung extensiver Praxiserfahrung für die Entwicklung eines Gespürs für erklärwürdige Inhalte. Trotz interdisziplinärer Vergleichbarkeit werden Besonderheiten religionsunterrichtlicher Erklärungen deutlich, die über kognitives Vorwissen hinaus Überzeugungen, Weltbilder und religiöse Identitätsentwicklung berücksichtigen müssen.