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Hans MendlReligionspädagogische Beiträge

Hans Mendl,

Religionspädagogische Beiträge

Helden, Novizen, Zeugen?

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel setzt sich kritisch mit den gesellschaftlichen Erwartungen an Religionslehrkräfte auseinander und entwickelt ein Modell für ihre Professionalisierung. Im Zentrum steht die Frage, welche Basiskompetenzen angehende Religionslehrkräfte benötigen. Der Autor argumentiert, dass Reflexivität und Beziehungsfähigkeit in vier zentralen Dimensionen – zu theologischen Gegenständen, zum eigenen Glauben, zur Kirche und zu Schülern – als Schlüsselkompetenzen gelten sollten.

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Der Artikel behandelt die Frage, unter welchen Bedingungen und mit welchen Kompetenzen Religionslehrkräfte ihrer Aufgabe angemessen nachkommen können. Mendl kritisiert zunächst die häufig widersprüchlichen und überzogenen Erwartungen an Religionslehrkräfte, die zwischen den Extremen „Superheld" und „Prügelknabe" schwanken. Er fordert stattdessen eine nüchterne Bestandsaufnahme der empirischen Realität sowie der Ausgangslagen heutiger Studierender und Junglehrkräfte. Auf der Basis empirischer Forschungen zur Motivation und Lebenssituation von Theologiestudierenden entwickelt der Autor ein Modell von vier zentralen Beziehungsdimensionen, die Religionslehrende reflexiv gestalten müssen: (1) Die Beziehung zur Theologie als Gegen-Stand, wobei theologische Diskursfähigkeit und die Fähigkeit zur Übersetzung religiösen Wissens zentral sind; (2) die Beziehung zum eigenen Glauben als Selbst-Stand, wobei ein reflexiv-fragmentarischer Glaube angestrebt wird, der Respekt vor der Privatheit des Glaubens wahrt; (3) die Beziehung zur Kirche als Beistand, wobei Religionslehrende als kritische Brückenbauer fungieren sollen; (4) die Beziehung zu Schülern als Wider-Stand, wobei sie als personales Medium für einen verantwortlichen Umgang mit Religion fungieren. Der Autor betont, dass Reflexivität als Schlüsselkompetenz bereits im Theologiestudium kultiviert werden muss. Universitäre Veranstaltungen sollten nicht nur theoretische Grundlagen vermitteln, sondern auch diskursive Settings schaffen, in denen Studierende lernen, mit unterschiedlichen Erwartungen und Positionen konstruktiv umzugehen. Kirchliche Mentorate, Blockseminare und spirituelle Angebote sollen dabei helfen, gelebte Religion zu erfahren und den eigenen Kirchenbezug zu reflektieren. Im Rahmen des Referendariats und später in der schulischen Praxis ist eine kontinuierliche Reflexion dieser Beziehungsdimensionen notwendig. Das Habitus-Modell wird als religionsdidaktisches Instrument vorgestellt, mit dem Religionslehrende ihre Handlungsstrukturen professionell reflektieren können. Schlussfolgernd plädiert Mendl für eine Professionalisierung von Religionslehrenden als reflexive Beziehungskünstler, die ihre vier Beziehungsdimensionen bewusst und kompetent gestalten.

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