Annegret Reese-Schnitker thematisiert das spannungsreiche Verhaeltnis von Leistung und Leistungsbewertung im Religionsunterricht. Ausgehend von Wolfgang Klafkis Bildungsbegriff und der Weinberg-Parabel als theologischem Gegenentwurf zu Leistungsdenken eroertert sie das Dilemma, dass RU einerseits schulischen Bewertungszwaengen unterliegt, andererseits einer Gnadenlogik verpflichtet ist. Sie referiert Nipkows Ansatz zur Beurteilung religioser Lernprozesse und stellt Portfolio-Arbeit als alternative Bewertungsform vor, die Lernwege sichtbar macht, ohne sie zu benoten. Der Beitrag schliesst mit acht didaktischen Thesen, die das Verhaeltnis von Leistungserwartung, Wuerde und religioser Bildung ausbalancieren und Lehrkraeften Orientierung fuer eine reflektierte Bewertungspraxis geben.