Der Artikel beschreibt die Reform der Lehrerbildung in Baden-Württemberg zum Wintersemester 2015/16 und deren Auswirkungen auf die theologische Ausbildung. Die Autoren kritisieren das traditionelle fächerstrukturierte Theologiestudium, das auf die Priesterausbildung ausgerichtet ist und für das Lehramtsstudium nur bedingt geeignet erscheint. Sie greifen Karl Rahners Forderung nach einer Umstrukturierung der theologischen Disziplinen auf und schlagen vor, Religionspädagogik zum Strukturprinzip des gesamten theologischen Lehramtsstudiums zu machen. Das konkrete Schwäbisch Gmünder Modell organisiert das Studium um vier aufeinander aufbauende thematische Module (Mensch, Jesus, Gott, Welt), in denen verschiedene theologische Disziplinen aus unterschiedlichen Perspektiven zu einem gemeinsamen Semesterthema beitragen. Die konfessionelle Kooperation ist strukturell verankert: Evangelische und katholische Lehramtsstudiengänge sind identisch aufgebaut, Studierende können Veranstaltungen in beiden Konfessionen besuchen, und Modulprüfungen werden von gemischtkonfessionellen Teams abgenommen. Dies ermöglicht, dass Studierende christliche Theologien in erkennbarer Übereinstimmung und profilierter Unterschiedenheit erleben. Das Modell ist nicht nur eine Sparmaßnahme für personell schwach ausgestattete Institute, sondern eine theologisch sinnvolle und didaktisch innovative Lösung, die Relevanz für die schulische Praxis erhöht.