Für den Religionsunterricht ist dieses Medium besonders ergiebig, weil es existenzielle, ethische und anthropologische Fragen bündelt, die Lernende unmittelbar betreffen oder in naher Zukunft betreffen können. Es eignet sich vor allem für Unterrichtseinheiten zu Menschenbild, Schöpfungsverantwortung, Medizinethik, Freiheit, Grenzen des Machbaren und Verantwortung in Wissenschaft und Gesellschaft. Didaktisch sollte das Video nicht nur als Informationsquelle, sondern vor allem als Impuls für ethische Urteilsbildung genutzt werden. Ein sinnvoller Einstieg kann über die Frage erfolgen, ob alles, was technisch machbar ist, auch moralisch erlaubt sein sollte. Anschließend können Lernende herausarbeiten, welche Chancen die Gentechnologie bietet, etwa die Heilung von Erbkrankheiten oder neue Möglichkeiten in der Krebstherapie, und welche Risiken sie mit sich bringt, etwa soziale Ungleichheit, Selektion, Missbrauch durch Machtstrukturen oder die Veränderung des menschlichen Erbguts über Generationen hinweg. Methodisch empfiehlt sich eine klare Strukturierung in Sacherschließung, ethische Klärung und persönliche Stellungnahme. In der Sacherschließung können zentrale Begriffe wie DNS, Genveränderung, Embryo, Erbkrankheit und Menschenwürde geklärt werden. In der ethischen Vertiefung bieten sich Gruppenarbeiten mit unterschiedlichen Perspektiven an, etwa aus Sicht von Eltern, Ärztinnen und Ärzten, Betroffenen, Forschenden, religiösen Traditionen oder politischen Entscheidungsträgern. Im Religionsunterricht ist besonders fruchtbar, das Medium mit Fragen nach der Gottebenbildlichkeit des Menschen, nach der Unverfügbarkeit des Lebens und nach der Verantwortung des Menschen für die Schöpfung zu verbinden. Ebenso kann thematisiert werden, wie mit menschlicher Begrenztheit, Krankheit und Nicht Perfektion umgegangen wird und ob Heilung immer nur technisch gedacht werden darf. Wichtig ist dabei, dass Lernende weder zu vorschneller Technikbegeisterung n