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Leeroy wills wissen

Leeroy wills wissen

Wie ist das in Krieg aufzuwachsen?

Veröffentlichung:18.10.2020

Das Medium zeigt ein persönliches Interview mit einem jungen Mann, der seine Kindheit im Krieg in Tschetschenien erlebt hat. In eindringlicher Sprache schildert er, wie der Alltag von Angst, Hunger, Unsicherheit und ständiger Lebensgefahr geprägt war. Er erzählt von Bombenangriffen, von Gewalt durch Soldaten, von Begegnungen mit Tod und Zerstörung und von Erfahrungen, die für Kinder kaum vorstellbar sind. Gleichzeitig berichtet er davon, wie diese Erlebnisse seine Wahrnehmung des Lebens, seine Haltung zu Leid und seine heutige Persönlichkeit geprägt haben. Das Gespräch verbindet biografisches Erzählen mit Reflexionen über Menschlichkeit, Gewalt, Würde, Überleben und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit.

Mois ist im Krieg aufgewachsen, bis er 11 Jahre alt war. Bei unserem Treffen hat er mir von den unglaublich schlimmen Dingen berichtet, die er zu dieser Zeit erleben musste.

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Für den Religionsunterricht ist dieses Medium besonders geeignet, weil es Lernenden einen unmittelbaren und emotionalen Zugang zu Fragen nach Leid, Schuld, Angst, Hoffnung, Menschenwürde und innerer Stärke eröffnet. Das Video kann als lebensweltlicher Einstieg in Themen wie Krieg und Frieden, Theodizee, Umgang mit Traumata, Gewalt, Versöhnung und die Frage nach dem Wert des menschlichen Lebens dienen. Didaktisch ist vor allem wichtig, das Medium behutsam einzusetzen und den Lernenden vorab deutlich zu machen, dass belastende Inhalte angesprochen werden. Sinnvoll ist es, ausgewählte Sequenzen zu zeigen und nicht zwingend das gesamte Gespräch unkommentiert einzusetzen. Methodisch bietet sich zunächst eine Phase der stillen Wahrnehmung an, in der Lernende zentrale Aussagen, Gefühle und Bilder aus dem Interview notieren. Anschließend kann in einem geschützten Gesprächsrahmen gesammelt werden, welche Erfahrungen der Erzähler beschreibt und welche religiösen oder ethischen Fragen daraus entstehen. Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit der Frage, wie ein Mensch unter extremen Bedingungen Mensch bleiben kann und welche Bedeutung Hoffnung, Selbstbehauptung und Wertschätzung des Lebens dabei gewinnen. Ebenso kann thematisiert werden, dass Leid individuell erlebt wird und nicht vorschnell verglichen werden sollte. Hier eröffnet das Medium einen wichtigen Zugang zu Empathie und zur Achtung vor fremden Lebensgeschichten. Im weiteren Unterrichtsverlauf lässt sich das Interview mit biblischen Klagepsalmen, Friedensvisionen der Propheten, Jesu Zuwendung zu Leidenden oder mit aktuellen Friedensethiken verbinden. Auch kreative und reflexive Methoden sind sinnvoll, etwa das Schreiben eines inneren Monologs, das Formulieren von Fragen an den Protagonisten, eine Gegenüberstellung von Kriegserfahrung und Friedensalltag oder die Entwicklung eines Gebets, einer Klage oder einer Hoffnungserzählung. Wichtig bleibt in jeder Phase, dass der Unterricht nicht bei der bloßen Erschütterung stehen bleibt, sondern Deutungsräume eröffnet, in denen Lernende über Menschenwürde, Verantwortung, Mitgefühl und Friedenshandeln nachdenken können.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.4 Vom Tod zum Leben. Leiden, Kreuz und Auferstehung.

Sekundarstufe II | E2 Gotteswort im Menschenwort – Themen der Bibel und ihre Aneignung

E2.3 Ausblicke auf das Ende.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 3. Das Leid und die Frage nach Gott.

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 6. Ethische Fragen angesichts von Grenzsituationen.

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