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Katholisches Bibelwerk

Katholisches Bibelwerk

Chronologie der Perserzeit

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Medium „Chronologie der Perserzeit“ stellt die Geschichte der Perserzeit übersichtlich in drei miteinander verbundenen Bereichen dar: Herrscher, Persisches Reich und Juda als Provinz Jehud. Die chronologische Darstellung reicht von Kyrus II. bis Darius III. und verbindet die Regierungszeiten der persischen Könige mit wichtigen politischen Ereignissen des Persischen Reiches sowie Entwicklungen in Juda. Genannt werden unter anderem die Einnahme Babylons, die Bautätigkeit in Susa und Persepolis, die Verwaltungsreform unter Darius I., die Auseinandersetzungen mit den Griechen und schließlich die Übernahme des Reiches durch Alexander. Parallel dazu zeigt das Medium für Juda zentrale Stationen wie das Edikt des Kyrus und die gestattete Rückkehr, den Wiederaufbau des Tempels von 520 bis 515 vor Christus, das Wirken von Sacharja und Haggai, den Bau der Jerusalemer Stadtmauer unter Nehemia sowie die Bedeutung Esras und der Tora. Die tabellarische Gestaltung ermöglicht dabei einen unmittelbaren Vergleich zwischen der Geschichte des Großreiches und den Entwicklungen in Juda. Das großformatige Foto der Palastanlage von Persepolis im Hintergrund veranschaulicht zusätzlich die politische und kulturelle Welt des Persischen Reiches.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur historischen Orientierung und zur zeitlichen Einordnung biblischer Überlieferungen. Es kann zu Beginn einer Unterrichtssequenz zur Perserzeit eingesetzt werden, um Lernenden einen Überblick zu ermöglichen, oder während der weiteren Arbeit als Orientierungshilfe dienen. Methodisch bietet es sich zunächst an, die drei Bereiche Herrscher, Persisches Reich und Juda getrennt erschließen zu lassen. Lernende können ausgewählte Ereignisse markieren und anschließend untersuchen, welche Entwicklungen zeitlich zusammenfallen. Auf diese Weise erkennen sie, dass die Geschichte Judas nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern in die Geschichte des Persischen Reiches eingebettet ist. Besonders geeignet ist ein Arbeitsauftrag, bei dem Lernende Ereignisse aus den drei Bereichen einander zuordnen und Zusammenhänge formulieren. So kann beispielsweise untersucht werden, welche Bedeutung die Herrschaft des Kyrus für die Rückkehr der Judäer besitzt, weshalb der Tempelbau in die Regierungszeit Darius I. fällt oder in welchen politischen Kontext das Wirken Nehemias und Esras einzuordnen ist. Die Angabe, dass Kyrus als Messias begrüßt wird, eröffnet darüber hinaus eine theologische Fragestellung: Lernende können der Frage nachgehen, weshalb ein persischer und damit nichtjüdischer Herrscher in der biblischen Überlieferung eine derart positive religiöse Deutung erhält. Für eine vertiefende Erarbeitung können Kleingruppen jeweils einen Zeitabschnitt übernehmen und aus den Informationen eine eigene Zeitleiste gestalten. Anschließend werden die einzelnen Abschnitte zu einer gemeinsamen Chronologie zusammengesetzt. Ebenso ist eine arbeitsteilige Erschließung möglich, bei der eine Gruppe die persischen Herrscher, eine zweite die Geschichte des Persischen Reiches und eine dritte die Entwicklungen in Juda untersucht. Im anschließenden Austausch werden Beziehungen zwischen den drei Ebenen herausgearbeitet. Dabei können Lernende Kategorien wie Politik, Religion, Tempel, Tora, Prophetie, Verwaltung und Konflikt bilden und die einzelnen Ereignisse diesen Kategorien zuordnen. Für einen stärker bibeldidaktischen Zugang können einzelne Angaben mit entsprechenden biblischen Texten zu Kyrus, Serubbabel, Haggai, Sacharja, Nehemia oder Esra verbunden werden. Dadurch lässt sich thematisieren, dass biblische Texte historische Ereignisse nicht lediglich dokumentieren, sondern aus religiöser Perspektive deuten. Auch Unsicherheiten historischer Rekonstruktion können anhand der im Medium verwendeten Fragezeichen bei einzelnen Datierungen und Zuordnungen aufgegriffen werden. Lernende können überlegen, was solche Kennzeichnungen für unser Wissen über die Vergangenheit bedeuten und warum historische Aussagen unterschiedlich sicher sein können. Das Hintergrundbild von Persepolis kann als visueller Einstieg dienen. Lernende beschreiben zunächst die monumentale Palastanlage und entwickeln Vermutungen über Macht, Herrschaft und Selbstdarstellung des Persischen Reiches. Anschließend kann diese Wahrnehmung mit der vergleichsweise kleinen Provinz Jehud in Beziehung gesetzt werden. Auf diese Weise ermöglicht das Medium nicht nur das Lernen historischer Daten, sondern unterstützt ein Verständnis dafür, wie politische Geschichte, biblische Überlieferung und theologische Geschichtsdeutung miteinander verbunden sind.

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