Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann sowohl im Rahmen einer Unterrichtsreihe als auch als Vorbereitung oder Nachbereitung eines Ausstellungsbesuchs eingesetzt werden. Die Materialien ermöglichen einen kompetenzorientierten Unterricht, der theologisches Wissen mit persönlicher Reflexion verbindet. Lernenden wird Gelegenheit gegeben, eigene Gottesvorstellungen wahrzunehmen, mit biblischen Texten in Beziehung zu setzen und im Austausch mit anderen weiterzuentwickeln.
Methodisch überzeugt die Veröffentlichung durch eine große Vielfalt an Sozialformen und Lernarrangements. Bildbetrachtungen, Gesprächsphasen, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, kreative Schreibaufgaben, Positionierungsübungen sowie die Analyse archäologischer Objekte fördern unterschiedliche Lernzugänge. Besonders gewinnbringend ist der konsequente Einsatz von Bildimpulsen und historischen Exponaten, die einen motivierenden Zugang zu theologischen Fragestellungen eröffnen und das abstrakte Thema Gottesbilder anschaulich werden lassen.
Didaktisch verfolgt das Medium einen dialogischen Ansatz. Es vermittelt keine vorgegebenen Antworten, sondern lädt Lernende dazu ein, eigene Positionen zu entwickeln und diese argumentativ zu begründen. Die Verbindung von Bibeltexten, archäologischen Funden und gegenwartsbezogenen Fragestellungen unterstützt historisches Lernen ebenso wie die Entwicklung religiöser Urteilsfähigkeit. Gleichzeitig werden stereotype Vorstellungen von Geschlecht und Gottesbildern hinterfragt, ohne dabei konfessionelle Glaubensaussagen aufzugeben. Dadurch eignet sich das Material hervorragend für Gespräche über Sprache von Gott, Symbolik, Gottesbilder, religiöse Vielfalt sowie die Bedeutung biblischer Texte für die Gegenwart.
Die vollständig ausgearbeiteten Unterrichtssequenzen bieten Lehrkräften eine praxisnahe Grundlage für die Unterrichtsplanung und lassen sich flexibel an unterschiedliche Lerngruppen und Schulformen anpassen. Einzelne Bausteine können problemlos in bestehende Unterrichtseinheiten integriert oder für projektorientiertes Arbeiten genutzt werden. Besonders wertvoll ist die Verbindung theologischer Fundierung mit methodischer Vielfalt, wodurch sowohl kognitive als auch kreative und kommunikative Kompetenzen der Lernenden gefördert werden.
Die Begleitmappe enthält umfangreiche Materialien für zwei vollständig ausgearbeitete Unterrichtssequenzen der Jahrgangsstufen 5 und 11. Ergänzt werden diese durch eine theologische Grundlegung und eine didaktische Einführung. Die Materialien sind als Arbeitsblätter, Bildmaterialien, Folienvorlagen und Informationstexte konzipiert und bauen jeweils aufeinander auf.
Materialien für die Jahrgangsstufe 5
M 1: Satzanfänge zu Gott
Lernenden ergänzen Satzanfänge zu ihren persönlichen Gottesvorstellungen. Dadurch werden eigene Erfahrungen und Vorstellungen sprachlich formuliert und anschließend im Unterrichtsgespräch reflektiert.
M 2: Adjektive zu Gott sowie zu Frauen und Männern
Die Lernenden ordnen verschiedene Eigenschaften den Kategorien Frau, Mann und Gott zu. Anschließend werden stereotype Vorstellungen hinterfragt und mit den Ergebnissen diskutiert.
M 3: Bibeltexte zu den weiblichen Bildern Gottes
Ausgehend von Weisheit 7,22 bis 25a sowie weiteren Bibelstellen erarbeiten die Lernenden Eigenschaften Gottes. Sie entdecken, dass die Bibel neben männlichen auch mütterliche und weiblich geprägte Bilder für Gott verwendet und übertragen diese Aussagen auf eigene Lebenserfahrungen.
M 4: Farbfolien mit ausgewählten Ausstellungsobjekten
Die Bilder dienen als Impuls für die Vorbereitung des Ausstellungsbesuchs. Die Lernenden beschreiben die Darstellungen und entwickeln erste Vermutungen über deren Bedeutung.
M 5: Informationstexte zu den Ausstellungsobjekten
Zu jedem Exponat lesen die Lernenden kurze Sachtexte und erschließen deren religiöse und kulturgeschichtliche Aussage.
M 6: Arbeitsmaterial zu den Exponaten
Die Lernenden ordnen Bilder, Texte und zentrale Aussagen einander zu und arbeiten heraus, welche Hoffnungen Menschen mit den dargestellten Göttinnen verbunden haben.
M 7: Arbeitsblatt zur Ergebnissicherung
Die Ergebnisse werden systematisch festgehalten und miteinander verglichen.
M 8: Ausstellungsplakat
Nach dem Museumsbesuch dient das Plakat als Gesprächsimpuls. Die Lernenden sammeln Eindrücke und formulieren ihre persönlichen Erfahrungen.
M 9: Text von Reiner Oberthür
Anhand eines literarischen Textes reflektieren die Lernenden unterschiedliche Gottesbilder und deren sprachliche Gestaltung.
M 10: Kreatives Schreibblatt
Die Lernenden verfassen eigene Texte über Gott und bringen ihre neu gewonnenen Einsichten kreativ zum Ausdruck.
Materialien für die Jahrgangsstufe 11
M 1: People Magazin Titelseite
Die Titelseite dient als Einstieg in die Frage, warum Menschen Vorbilder verehren und welche Eigenschaften als bewundernswert gelten.
M 2: Bilder bekannter Frauen
Die Lernenden analysieren Fotografien prominenter Frauen und untersuchen deren Eigenschaften und öffentliche Wirkung.
M 3: Informationstexte zu den dargestellten Persönlichkeiten
Die Texte werden den Bildern zugeordnet und hinsichtlich ihrer Vorbildfunktion ausgewertet.
M 4: Bilder antiker Göttinnen
Die Lernenden vergleichen moderne Vorbilder mit antiken Göttinnen und entdecken gemeinsame Attribute.
M 5: Vergleichsarbeitsblatt
Die Eigenschaften moderner Persönlichkeiten und antiker Göttinnen werden gegenübergestellt und ausgewertet.
M 6: Visualisierung von Polytheismus, Monolatrie und Monotheismus
Die unterschiedlichen Gottesvorstellungen werden mithilfe von Symbolen erschlossen und miteinander verglichen.
M 7: Hefteintrag zu den Grundbegriffen
Die zentralen Fachbegriffe werden gesichert und erläutert.
M 8: Bibelzitate
Anhand ausgewählter Bibelstellen ordnen die Lernenden Aussagen den verschiedenen Gottesvorstellungen zu.
M 9 bis M 15: Bilder, Zeitstrahl, Informationstexte und Bibelstellen
Die Materialien verdeutlichen die Entwicklung Israels vom Polytheismus über die Monolatrie bis zum Monotheismus. Die Lernenden analysieren historische Quellen, arbeiten mit Zeitstrahl und Bibeltexten und erkennen den langen religionsgeschichtlichen Entwicklungsprozess.
M 16 bis M 18: Materialien zu Geschlechterrollen
Die Lernenden setzen sich mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit auseinander und reflektieren deren Einfluss auf religiöse Sprache.
M 19: Bibeltexte mit weiblichen Gottesbildern
Die Bibelstellen werden untersucht, um weibliche Metaphern und Bilder Gottes herauszuarbeiten und ihre theologische Bedeutung zu erschließen.
M 20: Bibeltext Hosea 11,9
Der Vers „Denn Gott bin ich und nicht Mann“ bildet den theologischen Schwerpunkt. Die Lernenden diskutieren die Grenzen menschlicher Gottesbilder.
M 21: Reflexionsblatt zu den eigenen Gottesvorstellungen
Nach dem Ausstellungsbesuch überprüfen die Lernenden ihre bisherigen Vorstellungen und dokumentieren mögliche Veränderungen.
M 22: Abschlussimpulse mit Ausstellungsobjekten
Die Unterrichtsreihe endet mit einer kreativen Auswertung. Die Lernenden formulieren eigene Gedanken und verbinden ihre Erkenntnisse mit ausgewählten Exponaten.