In Mexiko gelten offiziell 30.000 Menschen als vermisst - die Vereinten Nationen schätzen die Zahl noch weit höher. Es kann jeden treffen – jung, alt, arm, reich. Manchmal geht es darum, junge Frauen für die Zwangsprostitution zu kapern. Manchmal darum, vermeintliche Gegner aus dem Weg zu räumen. Wenn man die Leichen in Säure auflöst oder verbrennt, ist das eine Strategie, sich strafrechtlicher Verfolgung zu entziehen – ohne Leiche, kein Delikt, argumentierten die Behörden lange.
Oft sind Polizisten, aktiv oder billigend, in die Taten verwickelt. Politiker schützen Verbrecherbosse und Justizbehörden lassen nicht ermitteln oder erheben keine Anklage. So enden noch nicht einmal fünf Prozent aller Straftaten in einer Verurteilung.
Die von MISEREOR unterstützte Menschenrechtsorganisation CADHAC unterstützt die Familien der Verschwundenen in ihrer Suche und steht ihnen mit psychosozialem und juristischem Beistand zur Seite.