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Deutsche Welle Glaubenssachen

Deutsche Welle Glaubenssachen

Über Stolz, Ehre und Würde

Veröffentlichung:20.7.2025

Das Audio setzt sich mit den Begriffen Ehre, Würde, Stolz und Scham auseinander und zeigt, wie stark diese Vorstellungen bis heute unser Zusammenleben prägen. Ausgehend von einem politischen Gerichtsfall wegen verletzter Ehre entfaltet der Text historische, gesellschaftliche, rechtliche und religiöse Perspektiven. Beispiele aus Fußball, antiker Literatur und Bibel verdeutlichen die Spannung zwischen Ehrverletzung, Selbstbehauptung, Gewaltverzicht und Menschenwürde. Besonders deutlich wird der Kontrast zwischen Odysseus, der durch List und taktische Selbstverleugnung Ehre gewinnt, und Jesus, der in der Bergpredigt einen anderen Umgang mit Kränkung und Gewalt eröffnet. Der Text führt schließlich zur Unterscheidung von menschlicher Würde und göttlicher Ehre und verbindet diese mit Genesis, Psalm 115, Dietrich Bonhoeffer und Artikel 1 des Grundgesetzes.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen anspruchsvollen Zugang zu ethischer Urteilsbildung, biblischer Anthropologie und christlicher Friedensethik. Der Unterricht kann mit aktuellen Beispielen aus Alltag, Politik, Sport oder sozialen Medien beginnen, in denen Lernende überlegen, wann sie von Beleidigung, Kränkung, Ehrverletzung oder verletzter Würde sprechen würden. Anschließend kann der Text arbeitsteilig erschlossen werden, etwa mit Gruppen zu Recht und Ehre, Zidane und Materazzi, Odysseus und Polyphem, Jesus und die Bergpredigt, Adam und Eva sowie Menschenwürde im Grundgesetz. Besonders fruchtbar ist der Vergleich zwischen Odysseus und Jesus, weil daran zwei unterschiedliche Handlungsmuster sichtbar werden: strategische Selbstbehauptung und gewaltunterbrechende Standfestigkeit. Methodisch eignen sich Rollenspiele, Streitgespräche, Standbilder und Dilemmadiskussionen, um die Dynamik von Provokation, Scham, Stolz und Deeskalation erfahrbar zu machen. Dabei sollte deutlich werden, dass Jesu Wort von der anderen Wange nicht als Aufforderung zur passiven Duldung von Gewalt missverstanden werden darf, sondern als aktive Unterbrechung von Gewaltlogik. Für eine vertiefende Reflexion können Lernende eigene Kriterien entwickeln, wann Sprache verletzt, wann Würde angegriffen wird und wie Konflikte ohne Vergeltung bearbeitet werden können. Eine Verbindung mit Artikel 1 des Grundgesetzes ermöglicht zudem interreligiöse und weltanschaulich offene Lernprozesse, da die Menschenwürde unabhängig von Herkunft, Religion, Leistung oder sozialem Ansehen gilt. Ziel ist es, Lernende zu einer reflektierten, friedensfähigen und würdesensiblen Haltung zu führen.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

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