RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Deutschlandfunk

Deutschlandfunk

Israels neuer spiritueller Sound

Pop mit Psalmen

Veröffentlichung:13.3.2026

Der Deutschlandfunk-Beitrag porträtiert einen aktuellen Trend in der israelischen Musikszene: die Verbindung von Psalmen und biblischen Gebetstexten mit modernen Musikstilen wie Pop, Rock und Hip-Hop. Im Mittelpunkt stehen der orthodoxe Popsänger Ishay Ribo, der religiöse und säkulare Israelis gleichermaßen erreicht und als erster israelischer Künstler den Madison Square Garden ausverkaufte, sowie die Hip-Hop-Gruppe Hadag Nahash, die spirituelle Motive mit gesellschaftskritischen Texten verbindet. Der Beitrag analysiert, warum die Psalmen (hebr. Tehillim) in der aktuellen israelischen Situation – geprägt von Krieg, Trauma und gesellschaftlicher Spaltung nach dem 7. Oktober 2023 – eine neue therapeutische und identitätsstiftende Funktion gewinnen. Das Fazit: Vertonte Psalmen funktionieren als kultureller „gemeinsamer Nenner", der über religiöse Zugehörigkeit hinausgeht.


Products

Zielgruppe / Klassenstufe: Klassen 10–12 (Sek II), Qualifikationsphase; aufgrund der thematischen Komplexität (israelische Gesellschaft, jüdische Spiritualität, Verhältnis von Religion und Popkultur) nicht für jüngere Jahrgänge ohne erhebliche Vorstrukturierung geeignet. Der Beitrag eignet sich besonders für leistungsstarke Kurse mit Interesse an interreligiösem und kulturwissenschaftlichem Arbeiten.

Curriculare Einbettung im Religionsunterricht:

Das Feature berührt mehrere für den katholischen RU der Oberstufe relevante Themenbereiche: die Psalmen als zentrales Gebetsbuch beider Testamente und ihre Aktualität, das Verhältnis von Judentum und Christentum (gemeinsame Wurzeln, Rezeptionsgeschichte), Religion und Identität in der modernen Gesellschaft sowie die Frage nach der Funktion von Musik und Kunst als spirituellem Ausdrucksmedium. Darüber hinaus eröffnet der Beitrag eine Außenperspektive auf das Judentum der Gegenwart, die im RU oft fehlt und für interreligiöses Lernen unverzichtbar ist.

Stärken des Mediums:

Das Feature bietet eine ungewöhnliche und motivierende Perspektive: Es macht greifbar, dass die Psalmen keine musealen Texte sind, sondern lebendiges spirituelles und kulturelles Material. Die Verbindung von Popmusik und religiösem Text senkt die Hemmschwelle für SuS, die der Bibel distanziert gegenüberstehen. Der Bezug zur aktuellen israelischen Gesellschaft (7. Oktober, Krieg, Trauma) verleiht dem Thema Relevanz und Dringlichkeit. Der Beitrag stammt vom Deutschlandfunk, was journalistische Seriosität und redaktionelle Unabhängigkeit garantiert.

Grenzen des Mediums:

Da kein vollständiges Transkript vorliegt, ist ein textbasierter Einsatz (z. B. Quellenanalyse, Zitatarbeit) nicht möglich. Das Feature ist ausschließlich als Audiodatei verfügbar, was konzentriertes Zuhören und entsprechende Hörkompetenz voraussetzt. Die Länge von ca. 20 Minuten erfordert eine sorgfältige Hörstrategie. Die israelische Innenperspektive ist für deutsche SuS möglicherweise erklärungsbedürftig; insbesondere der gesellschaftliche Kontext nach dem 7. Oktober sollte vorab erschlossen werden.

Einsatzszenarien und methodische Vorschläge:

Einstieg / Vorwissensaktivierung:

Vor dem Hören können SuS Psalmentexte lesen, die in der christlichen wie jüdischen Tradition bekannt sind (z. B. Ps 22, Ps 23, Ps 130). Impuls: Welche Emotionen drücken diese Texte aus? Welcher Psalm klingt wie ein Songtext – und warum? Dies schärft das Bewusstsein für die literarische Qualität der Psalmen und bereitet die Begegnung mit ihrer musikalischen Umsetzung vor.

Strukturiertes Hören:

SuS erhalten vor dem Hören drei Leitfragen: Welche Künstler werden vorgestellt und was verbindet sie? Warum gewinnen die Psalmen in Israel gerade jetzt neue Bedeutung? Was meint der Beitrag mit „gemeinsamer Nenner"? Die Antworten werden nach dem Hören im Plenum besprochen und an der Tafel strukturiert.

Vertiefung: Psalmen als universale Sprache:

Der Beitrag beschreibt Psalmen als Ausdruck tiefster menschlicher Emotionen – von Verzweiflung bis zur Freude. SuS wählen einen Psalm und ordnen ihn einer Grundemotion zu. Anschließend recherchieren sie, ob dieser Psalm auch in der christlichen Liturgie vorkommt (z. B. Ps 22 im Karfreitagsgottesdienst, Ps 130 als Bußpsalm). Dies veranschaulicht die gemeinsamen Wurzeln beider Religionen und fördert interreligiöses Lernen.

Musik hören und analysieren:

Ergänzend zum Feature können SuS Titel von Ishay Ribo (z. B. „Seder HaAvoda") oder Hadag Nahash auf YouTube hören. Analysefragen: Wie verändert die musikalische Verpackung die Wirkung des alten Textes? Was geht verloren – was entsteht neu? Kann Musik etwas transportieren, was reiner Textlektüre verschlossen bleibt?

Religion und Identität in der Gegenwartsgesellschaft:

Der Beitrag beschreibt eine „neue israelische Spiritualität" jenseits religiöser Dogmen. SuS diskutieren: Gibt es vergleichbare Phänomene in Deutschland? (z. B. Gospel, christliche Popmusik, Kirchentag-Konzerte) Was unterscheidet „Spiritualität" von „Religion"? Welche Funktion erfüllt religiös konnotierte Musik für Menschen, die sich nicht als gläubig bezeichnen würden?

Kontext 7. Oktober:

Der Beitrag verweist auf die gesellschaftliche Funktion der Psalmen nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023. SuS können diese Dimension aufgreifen: Welche Rolle spielen Rituale, Gebete und Musik in kollektiven Trauerprozessen? Vergleichsperspektiven aus der christlichen Tradition (z. B. Trauergottesdienste, Requiem) können hier einbezogen werden.

Technische Hinweise:

Der Beitrag ist über die Deutschlandfunk-Mediathek abrufbar (deutschlandfunk.de) und kann dort gestreamt oder heruntergeladen werden. Eine Transkription über gängige Tools (Whisper, Word) ist möglich und würde einen textbasierten Einsatz ermöglichen. Die Länge empfiehlt sich für eine Doppelstunde oder eine aufgeteilte Nutzung über zwei Stunden.

Audio

urheberrechtlich geschützt

13.3.2026

Interreligiöser Dialog

Anregung

Menschen & Welt ,Bibel & Tradition ,Religionen

_

_

_

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.