Didaktisch eignet sich das Medium besonders, um mit Lernenden eine differenzierte Heiligenpädagogik zu gestalten, die weder idealisiert noch entwertet, sondern urteilsfähig macht. Ein Einstieg kann über ein Kontrastbild erfolgen, Wartburg und Hospital, Luxus und Armut, dazu sammeln Schülerinnen und Schüler Erwartungen an eine Heilige und vergleichen diese mit dem Verlauf der Erzählung. Für die Erarbeitung bietet sich ein Stationenlernen an, Station Kindheit und politische Verlobung, Station Hof und religiöse Praxis, Station Ehe und soziale Projekte, Station Hungersnot und Machtverantwortung, Station Rosenwunder als Legende und Symbol, Station Witwenschaft und Verlust, Station Franziskanische Armut, Station Hospitalarbeit, Station Konrad von Marburg als geistliche Leitung und Gewalt, Station Heiligsprechung und Wirkungsgeschichte. Jede Station arbeitet mit Leitfragen, was motiviert Elisabeth, welches Gottesbild wird sichtbar, welche gesellschaftliche Ordnung wird bestätigt oder irritiert, wo zeigt sich Freiheit, wo Abhängigkeit. Methodisch ist eine klare Unterscheidung zwischen historischer Biografie und Legendenbildung wichtig, Lernende können markieren, was als Quelle erscheint und was als symbolische Erzählung, ohne die Legende abzuwerten, sondern als Sinnbild zu verstehen. Für die katholische Perspektive lässt sich Caritas als tätige Nächstenliebe mit biblischen Motiven verbinden, etwa was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, sowie mit der Option für die Armen und der Verantwortung von Macht und Besitz. Besonders sensibel ist der Abschnitt um Konrad von Marburg, hier sollte die Klasse eine Schutzperspektive einnehmen, geistlicher Missbrauch und manipulative Autorität dürfen benannt werden, und zugleich wird gefragt, wie mittelalterliche Frömmigkeit Leid und Demütigung deutete. Ein geeignetes Verfahren ist die ethische Urteilswerkstatt, Lernende formulieren Kriterien für heilsame Spiritualität, etwa Freiwilligkeit Würde Schutz der Person Maß und Grenze verantwortliche Leitung, und prüfen daran Elisabeths Entscheidungen sowie Konrads Einfluss. Der Transfer gelingt über aktuelle Bezüge, Engagement bis zur Erschöpfung, Helfen ohne Selbstschutz, Gruppendruck in religiösen oder sozialen Kontexten, Grenzen von Selbstaufopferung. Als Abschluss eignet sich ein Reflexionsprodukt, zum Beispiel ein persönlicher Leitsatz für engagiertes Handeln, der Caritas und Selbstfürsorge verbindet, oder eine kurze Debatte zur Leitfrage, ob jedes Mittel durch einen guten Zweck legitimiert werden kann.