Der Einstieg gelingt über einen Audiobeitrag zur Misshandlung von Frauen und der Prostitution in Indien. Eine Hilfsorganisation versucht Mädchen den Ausstieg zu ermöglichen. Drei Fragestellungen erleichtern die Auswertung des Beitrags. In einem ersten Schritt wird der Begriff „Würde“ definiert. Dazu wird ein Schreibgespräch mithilfe eines beigefügten Materials geführt. In einem weiteren Material werden zwei Definitionen angeboten, deren Folgen für eine Gesellschaft diskutiert werden. Eine der Definitionen bindet Würde an Nutzen für die Gesellschaft. In einem weiteren Schritt wird diese Definition auf ein Mädchen in der Prostitution angewendet und auch hier werden die Folgen diskutiert. In Partnerarbeit wird eine christliche Begründung von Würde entwickelt. Der zentrale Begriff der Gottesebenbildlichkeit tritt dabei hervor.
Der zweite Baustein thematisiert Zwangsheirat und deren Folgen. Der Einstieg gelingt über ein YouTube-Video zu einem Beziehungsideal. Diese Bollywoodvorstellung von Familie und Beziehung hat mit der indischen Realität wenig zu tun. Diese Diskrepanz wird mithilfe eines Textes durch Vergleich mit dem Video ermittelt. Zwangsheirat und vermittelte Partner sind Realität in Indien. Freie Partnerwahl ist für wenige möglich. Dieses Gesellschaftsmodell wird mit dem westeuropäischen verglichen. Die Wirkung sozialer Zwänge in östlichen und westlichen Gesellschaften werden diskutiert. Die Geschichte des indischen Mädchens im Text wird in Partner oder Gruppenarbeit reflektiert und Handlungsmöglichkeiten werden entwickelt. Das Mädchen wählt zwischen Gemeinwohl und Eigenwohl. Dabei kommt ein religiöser Bezug des Hinduismus hinzu. Dharma ist Pflichterfüllung, auch ihre Religion konditioniert das Mädchen demnach zur Pflichterfüllung. Die Tradition widerspricht demnach der Menschenwürde der Frauen. Ein Material macht die Gegenüberstellung der zwei Lebensmodelle durch das Verbinden von Begriffen möglich.
In einem weiteren Schritt wird das Ideal de Bollywood Film mit der Realität erneut verglichen. Die Funktion der Bollywoodfilme für die indische Gesellschaft werden diskutiert. Sie dienen der Realitätsflucht der unterdrückten und ausgebeuteten Frauen. Als Vertiefung kann die Entwicklung von Filmidealen zu Beziehung und Liebe in Europa untersucht werden. Hier zeigt sich eine Veränderung von der liebenden Hausfrau zur emanzipieren partnerschaftlichen Beziehung.
Der dritte Baustein thematisiert das Mitgiftsystem in Indien, das zu einer Art Besitzrecht des Mannes an der Frau und zum Mord an Ehefrauen führt. Dazu werden ein Bild und ein Text des Handelsblattes genutzt. Der Link ist aktiv. In einem weiteren Schritt werden das Ausmaß und die finanzielle Belastung der Eltern der Braut thematisiert. Dazu wird ein Mitgiftrechner genutzt. Dieser Vorgang ähnelt dem Verkauf der Braut an den Mann, wobei die Eltern der Braut interessanterweise zahlen.
In einem weiteren Schritt werden die Folgen der Mitgiftkosten für die Abtreibung und den Mord von Mädchen untersucht. Dazu wird ein Text analysiert. Der Text zeigt zwei nebeneinander bestehende Gesellschaftssysteme in Indien. Das traditionelle System der Landbevölkerung, das auf dem quasi Handel mit Frauen beruht, existiert weiter. Ein westliches System, das vor allem in der Mittelschicht der großen Städte auftritt, wächst langsam heran. In einem die Auswertung unterstützenden Material steht ein Zitat in Vordergrund, welches das Aufziehen von Mädchen als Zeit- und Geldverschwendung darstellt. Die Folgen für Gedanken um Gleichberechtigung werden thematisiert. Beide Systeme werden in ihren zentralen Aussagen einander gegenüber gestellt.
In einem weiteren Schritt wird auch der Mordversuch der Schwiegermutter an der Frau ihres Sohnes besprochen. Dazu wird ein anklagender Brief der Frau an die Schwiegermutter verfasst. Der untragbare Zusammenhang von finanziellen Vorteilen durch erneute Hochzeit nach dem Mord an der Ehefrau wird erfasst. Ein weiterer Brief wird von der Mutter an ihre ungeborene Tochter verfasst. Darin werden entschuldigend die Zwänge der Mutter dargestellt und das Leben der Tochter gegenüber diesen Zwängen verteidigt. In einem letzten Schritt des Bausteins wird die christliche Position zu den Vorgängen entwickelt. Dabei wird auch das Abtreibungsverbot der Kirche mit einbezogen. Der vierte Baustein thematisiert Hilfsprojekte. Vier Hilfsprojekte werden untersucht. Es wird herausgearbeitet, in welcher Weise dort die Rechte von Frauen durchgesetzt und deren Alltagsleben verbessert wird. Dazu werden in vier Gruppen Plakate oder Flyer erstellt.