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Bildkarte: Vertrauen können

aus der ru-digital Bildkartensammlung für den Religionsunterricht

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Bild zeigt ein Kind, das Fahrrad fährt, während eine erwachsene Bezugsperson nebenherläuft und es behutsam am Rücken stützt. Beide tragen Helme, die Szene spielt auf einem Weg in einer offenen, natürlichen Landschaft mit Wasser im Hintergrund. Das Kind konzentriert sich auf das Fahren, die erwachsene Person begleitet aufmerksam und unterstützend. Die Darstellung vermittelt Bewegung, Mut und gleichzeitig Sicherheit. Das Kind ist aktiv unterwegs, aber nicht allein. Die Begleitung erfolgt nicht dominierend, sondern stärkend – das Kind fährt selbst, wird aber gehalten und ermutigt. Die Szene steht sinnbildlich für Vertrauen, das wachsen darf, weil jemand mitgeht.

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Das Motiv der begleitenden Unterstützung lässt sich im Licht biblischer Vertrauensgeschichten deuten. Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte“) spricht von Führung und Schutz auf dem Weg durch das Leben. Auch Jesaja 41,10 („Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir“) bringt die Zusage göttlicher Nähe zum Ausdruck.


Darüber hinaus erinnert die Szene an die Vertrauensgeschichte von Abraham und Sara (Gen 12–21). Abraham bricht auf in ein unbekanntes Land, weil er Gottes Zusage vertraut. Er kennt den Weg nicht, aber er geht. Sara vertraut trotz Zweifel auf Gottes Verheißung eines Kindes. Beide sind unterwegs – im wörtlichen und übertragenen Sinn. Ihr Vertrauen bedeutet nicht, dass sie alles verstehen oder keine Angst haben, sondern dass sie sich auf Gottes Begleitung einlassen.


Wie das Kind auf dem Fahrrad lernt, eigenständig zu fahren, aber zunächst noch gehalten wird, so lernt auch der Mensch im Glauben, Schritte zu gehen, die er allein nicht wagen würde. Das Bild kann deshalb als Gleichnis für Glaubensvertrauen verstanden werden: Gott geht mit, auch wenn der Weg neu und unsicher ist. Vertrauen heißt nicht Stillstand, sondern mutiges Unterwegssein.


Das Bild eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Vertrauen, Aufbruch und Gottes Begleitung. Es kann mit der Abraham-und-Sara-Erzählung verbunden werden:


„Was musste Abraham wagen?“


„Wo brauchte er Vertrauen?“


„Wem vertraut das Kind auf dem Bild?“


„Was hilft uns, wenn wir etwas Neues lernen?“


Methodisch bietet sich ein Bildvergleich an: Kind lernt Fahrradfahren – Abraham bricht auf – wir gehen neue Wege. Schülerinnen und Schüler können Parallelen sammeln oder kleine Vertrauensgeschichten aus ihrem eigenen Leben erzählen.


Das Bild unterstützt die Entwicklung eines Gottesbildes, das nicht alles vorgibt, sondern begleitet, stärkt und ermutigt. Vertrauen wird dabei als Prozess sichtbar – wie beim Fahrradfahren: Erst mit Halt, später selbstständiger, aber nie ohne Beziehung.

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