Kritik der reinen Vernunft ist eines der zentralen Werke der neuzeitlichen Philosophie und markiert einen Wendepunkt im Denken über Erkenntnis, Vernunft und die Grenzen menschlichen Wissens. Kant geht der Frage nach, wie Erkenntnis möglich ist, und untersucht dabei nicht die Welt an sich, sondern die Bedingungen, unter denen der Mensch überhaupt etwas erkennen kann. Im Zentrum steht die Einsicht, dass unser Erkennen nicht nur passiv durch Sinneseindrücke bestimmt ist, sondern aktiv durch die Strukturen unseres Verstandes und unserer Anschauung (Raum und Zeit). Gleichzeitig zeigt Kant die Grenzen der Vernunft auf: Metaphysische Fragen nach Gott, Freiheit und Unsterblichkeit können nicht theoretisch bewiesen werden, bleiben aber als Vernunftideen bedeutsam.