Das einzelne Schaf ist ein zentrales biblisches Symbol für den Menschen vor Gott. In den Gleichnissen Jesu, insbesondere im Gleichnis vom verlorenen Schaf (Lk 15,3–7), steht das einzelne Tier für den einzelnen Menschen, der gesehen, gesucht und wertgeschätzt wird. Auch Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte“) kann im Horizont dieses Bildes gelesen werden, allerdings noch ohne die sichtbare Präsenz des Hirten. Gerade diese Abwesenheit eröffnet die Möglichkeit, über Fragen nach Schutz, Führung und Nähe nachzudenken. Das Bild eignet sich damit sowohl als Ausgangspunkt vor der Erzählung als auch als Leerraum, der durch biblische Texte gefüllt wird.
Das Bild eignet sich besonders als Mal-, Gestaltungs- und Projektionsvorlage im Religionsunterricht der Grundschule. Durch die fehlende Ausgestaltung können Schülerinnen und Schüler aktiv werden: Sie können das Schaf ausmalen, eine Umgebung ergänzen oder weitere Figuren (Hirte, Herde, Landschaft) hinzufügen. Didaktisch lässt sich das Bild als Einstieg nutzen, um Fragen zu stellen wie: „Wo ist das Schaf?“, „Ist es allein oder wartet es?“, „Was braucht das Schaf?“ oder „Wer könnte zu ihm gehören?“. Methodisch bieten sich kreative Aufgaben an wie das Ergänzen eines Hintergrunds, das Schreiben eines kurzen Textes oder das Einfügen in eine Bildreihe (allein – gesucht – gefunden – gemeinsam). Das Bild unterstützt insbesondere die Entwicklung von Symbolverständnis, Selbstbezug und religiöser Sprachfähigkeit, da Kinder eigene Erfahrungen und Vorstellungen einbringen können.